Sorge um Sicherheit

Anträge auf kleine Waffenscheine sprunghaft gestiegen

Immer mehr Brandenburger schaffen sich Reizgas oder Schreckschusspistolen an.

BLZ
2 Min
Für Reizgas, Schreckschuss- und Signalwaffen braucht man einen kleinen Waffenschein.

Für Reizgas, Schreckschuss- und Signalwaffen braucht man einen kleinen Waffenschein.

© dpa

Der kleine Waffenschein gestattet das Tragen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen auch in der Öffentlichkeit. Einzige Bedingung: Der Antragsteller mindestens 18 Jahre alt sein. Die Genehmigung erteilt nach Angaben von Heinemann die Waffenrechtsbehörde beim Brandenburger Polizei-Präsidium.

Vorgegaukelte Sicherheit

Die Anträge auf eine solche Erlaubnis seien erneut sprunghaft gestiegen, sagte Heinemann. Waffen gaukelten Sicherheit aber lediglich vor. „Sie wirken nicht deeskalierend“. Es gebe andere Möglichkeiten, um brenzlige Situationen zu entschärfen.
Auch der Bundesverband der Waffenfachhändler sieht beim Thema Sicherheitsgefühl vor allem psychologische Aspekte. „Diese Menschen, die im Fachhandel waren, sind gekommen, weil sie sich psychisch außerhalb ihrer Komfortzone fühlen und sie ein Sicherheitsdefizit verspüren“, hieß es.

Sportschützen und Jäger müssen Waffenbesitzkarten beantragen, für sie reichen kleine Waffenscheine nicht aus. Sportschützen benötigten etwa eine Bestätigung, dass sie Mitglied im Brandenburgischen Schützenbund sind, sagte Geschäftsführer Roland Müller. Fast jeder der 11.500 märkischen Sportschützen besitze eine Waffe: Pistolen, Gewehre oder Flinten. Regelmäßig müssten die Inhaber belegen, dass sie mindestens einmal im Monat im Verein schießen oder an einem Wettkampf teilnehmen.

Auch fast alle 12.000 Jäger im Landesjagdverband haben eine oder mehrere Waffen, sagte Sprecher Tino Erstling. Sie verfügten über einen Jagdschein und eine Waffenbesitzkarte. Regelmäßig werde die Zuverlässigkeit der Jäger überprüft. Für die Unterbringung der Waffen gelten zudem hohe Standards: abschließbare Stahlschränke mit hoher Sicherheitsstufe.

Nach Angaben des Verbandes der Sicherheitswirtschaft sind die etwa 11.000 Mitarbeiter, die Geld- und Werttransporte bundesweit begleiten, bewaffnet. Die Zahlen seien seit Jahren stabil, sagte eine Sprecherin. Die erforderlichen Waffenbesitzscheine geben die örtlichen Behörden aus. Die Mitarbeiter müssen zuvor Waffensachkundeprüfungen absolvieren, die sie regelmäßig wiederholen. (dpa)

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