Alterssicherung

„Keine Absenkung des aktuellen Rentenniveaus“ für Ostdeutsche: Kaiser stellt Forderung an Regierung

Für viele Ostdeutsche ist die gesetzliche Rente das einzige Polster im Alter. Zuletzt stieg die Altersarmut im Osten deutlich an.

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Elisabeth Kaiser (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, warnt vor einer Absenkung des Rentenniveaus.

Elisabeth Kaiser (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, warnt vor einer Absenkung des Rentenniveaus.

© Patrick Pleul/dpa

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hat bei der anstehenden Rentenreform vor einem besonderen Altersarmutsrisiko in Ostdeutschland gewarnt. „Für Menschen in Ostdeutschland darf es keine Absenkung des aktuellen Rentenniveaus ab 2031 geben“, sagte Kaiser. Andernfalls drohe vielen Menschen die Altersarmut.

Zur Begründung verwies Kaiser darauf, dass die gesetzliche Rente für die meisten Ostdeutschen die einzige Lebensgrundlage im Alter sei. Anders als in Westdeutschland könnten viele Ruheständler im Osten kaum auf Betriebsrenten oder größere Vermögen zurückgreifen.

Besonders viele Ostdeutsche von Altersarmut betroffen

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) forderte, die besonderen Bedürfnisse der Ostdeutschen bei der Reform zu berücksichtigen. „Wer über die Zukunft unserer Renten spricht, muss die Lebensleistung der Menschen in Ostdeutschland ernst nehmen“, sagte Kretschmer den beiden Zeitungen. Viele hätten nach der Wiedervereinigung große Umbrüche bewältigt, Betriebe verloren, neue Berufe erlernt und das Land mit aufgebaut.

Hintergrund ist die im Januar eingesetzte Rentenkommission, die Vorschläge für eine umfassende Reform der Alterssicherung erarbeitet hat. Bis 2031 ist ein Rentenniveau von 48 Prozent gesetzlich festgeschrieben. Danach soll nach den Empfehlungen der Kommission der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor wieder greifen, der die jährliche Rentensteigerung dämpft. Mittelfristig soll eine neu einzuführende Kapitalrente diesen Effekt ausgleichen.

Für Versicherte, die schon nahe am Rentenalter sind, ist ein Übergangsfaktor vorgesehen, der das Niveau nahe 48 Prozent halten soll. Zudem sieht das Konzept vor, das gesetzliche Rentenalter nach 2031 je Jahrzehnt um ein halbes Jahr weiter anzuheben und es an die allgemeine Lebenserwartung zu koppeln. Auch die abschlagsfreie „Rente mit 63“ nach 45 Beitragsjahren soll entfallen.

Zuletzt wurde bekannt, dass immer mehr Rentner in Ostdeutschland auf Grundsicherung angewiesen sind. Zwischen März 2021 und Dezember 2025 stieg die Zahl von rund 84.000 auf rund 126.000, was einem Anstieg von 51 Prozent entspricht. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die das BSW erfragt hat und die der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung und der Berliner Zeitung exklusiv vorliegen.

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