In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ haben Juso-Chef Philipp Türmer und der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig über die Vorschläge der Rentenkommission diskutiert. Moderator Markus Lanz konfrontierte Türmer dabei mehrfach mit Detailfragen zur Rente mit 63.
Im Mittelpunkt der Sendung am Dienstagabend standen die am Montag von der Rentenkommission der Bundesregierung vorgelegten Reformvorschläge. Die Bundesregierung kündigte am Dienstag an, diese vollständig umzusetzen. Dazu zählen eine Kapitaldeckung nach schwedischem Vorbild, die Abschaffung der Rente mit 63 sowie eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.
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Türmer, der dem SPD-Nachwuchs vorsteht, sprach von einem „entscheidenden Konstruktionsfehler des Konzepts“. Das Motto der Reform laute: „Wer kürzer lebt, muss länger arbeiten“. Menschen in körperlich belastenden Berufen hätten eine geringere Lebenserwartung als Akademiker, müssten aber genauso lange einzahlen. Er selbst habe nach zwei Studienabschlüssen erst mit Ende 20 angefangen, in die Rentenversicherung einzuzahlen.
Reddig, Mitglied der Rentenkommission, verteidigte das Paket. Die Rente mit 63 habe vor allem gut verdienenden Angestellten genützt, Frauen seien benachteiligt worden. Die Kommission setze stattdessen auf „zielgenaue Lösungen“ wie individuelle Gesundheitsprüfungen für einen früheren abschlagsfreien Renteneintritt. An Türmer gerichtet sagte er: „Es hätte geholfen, wenn du dir den Bericht vorher angeschaut hättest“.
Lanz fragte Türmer mehrfach nach konkreten Zahlen zur Rente mit 63 und zur Berufsgruppe der Dachdecker. Als der Juso-Chef passen musste, nannte der Moderator die Zahlen selbst: Rund 270.000 Menschen pro Jahr nähmen die Regelung in Anspruch, was jährlich zehn Milliarden Euro koste. Türmer reagierte gereizt: „Ich habe das Gefühl, ich bin heute bei einem Schätzquiz gelandet“.
Die Journalistin Kerstin Münstermann von der Rheinischen Post zeigte sich überrascht vom Ergebnis der Kommission. Sie habe lange über Rente berichtet und „noch nie ein Konzept erlebt“, das das gesamte System neu angehen wolle. Kritisch sehe sie jedoch den fehlenden Zeitplan. Reddig erklärte, Ziel sei ein Kabinettsbeschluss vor der Sommerpause und eine Verabschiedung im Parlament bis Ende Oktober.
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