Herd am Kanzleramt
So oft, wie seine Sendungen noch immer in den Dritten wiederholt werden, mag mancher noch gar nicht realisiert haben, dass es seit sechs Jahren keine neuen Folgen gibt. Man sieht es nur daran, dass seine Studiogäste inzwischen älter geworden, manche sogar schon gestorben sind. Biolek selbst hat mit dem Fernsehen abgeschlossen, wirft den Herd nun aber noch einmal an.
Unter dem Titel „Bio’s Küche“ will er am Freitagabend mit Moderatorin Ulla Kock am Brink und Schauspieler Gerd Wameling auf der Bühne des Tipi am Kanzleramt kochen und plaudern. Erstmals vor Live-Publikum und ohne die Möglichkeit, durch einen geschickten Schnitt die gröbsten Verfehlungen aus der Sendung zu tilgen.
Kochte für die Berlinale-Jury
Dass Biolek sich mit seiner neuen Kochshow zuerst auf die Tipi-Bühne wagt, hängt mit seinen guten Beziehungen zu Inhaber Holger Klotzbach zusammen. In dessen erstem Berliner Zelt, der Bar jeder Vernunft, bekleidet Biolek seit 1992 das Ehrenamt eines Schirmherrn. Er war sogar mal Berliner und bewirtete jedes Jahr zu Hause für einen Abend die Berlinale-Jury, ist inzwischen aber wieder nach Köln zurückgezogen.
Vor die Kamera kam Biolek auf dem Umweg über das ZDF-Justiziariat. Als promovierter Jurist hatte er dort 1963 als Assessor angefangen, wechselte aber schon bald zur redaktionellen Arbeit und dann auf den Bildschirm. Kochsendungen interessierten ihn dann auch besonders aus einem juristischen Grund: Kochrezepte lassen sich, ähnlich wie Witze, nicht schützen. Es konnte also niemanden geben, der nach einer seiner Sendungen behauptete, dass Biolek das Gulaschrezept bei ihm geklaut habe. An dermaßen klaren juristischen Verhältnissen hat Dr. jur. Alfred Biolek sein Vergnügen.
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