"Wo ist eigentlich gestern?", so heißt die neue Ausstellung des Künstler-Ehepaares Torsten und Nina Römer. Und diese Frage stellen sich nicht selten auch die Teilnehmer des jährlichen Fusion-Festivals. Seit 1997 reisen zehntausende Besucher aus ganz Europa an, um auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz in Mecklenburg-Vorpommern vier Sommertage lang der Freiheit zu huldigen.
Sie tanzen und taumeln und teilen alles, von Glitzerstaub über Joint bis Isomatte. "Ferienkommunismus" nennen das die Festivalgründer, ein unabhängiger Kulturverein, der bewusst nicht auf ein großes Line-Up, sondern auf ein breites Angebot für alle Musikgeschmäcker setzt. Und natürlich auf den Zauber der vielen liebevoll gestalteten Kunstinstallationen auf dem Festivalgelände in Lärz.
"Generalstreik" - oder einfach: Vier Tage alles sein lassen, was sonst dazugehört. So funktioniert das Prinzip "Fusion".
© RÖMER + RÖMER, Courtesy Galerie Michael Schultz / Foto: Eric Tschernow Lizenz
Duschen mit Klamotten oder ohne - ganz egal.
© RÖMER + RÖMER, Courtesy Galerie Michael Schultz / Foto: Eric Tschernow Lizenz
Auch der ein oder andere Tropfen Schaumwein fließt, manchmal heimlich unter einem Ganzkörper-Kostüm aus Band.
© RÖMER + RÖMER, Courtesy Galerie Michael Schultz / Foto: Eric Tschernow Lizenz
Nachts geht es hier entspannt zu...
© RÖMER + RÖMER, Courtesy Galerie Michael Schultz / Foto: Eric Tschernow Lizenz
...und dort wild. Jeder, wie er mag, eben. Zu sehen sind die Gemälde vom 10. Oktober bis zum 14. November in der Galerie Michael Schultz in Berlin-Charlottenburg.
© RÖMER + RÖMER, Courtesy Galerie Michael Schultz / Foto: Eric Tschernow Lizenz
Aus Abenden werden Nächte, aus Nächten wieder Morgen: Die Zeit verschwimmt in einer Parallelwelt, die keine Wertungen, Schranken oder Blicke von außen zulässt. Und Pressefotografen erst recht nicht. Dennoch halten natürlich viele Besucher ihre Erinnerungen fest. Torsten und Nina Römer, die sich als Künstlerpaar "Römer + Römer" nennen, haben das auf ganz besondere Art getan: In Form von Gemälden, die ab Freitag in der Galerie Michael Schultz in Charlottenburg zu sehen sind.
Drei Jahre nacheinander haben die beiden das Festival aufgesucht, von 2012 bis 2014. Sie sind eingetaucht in das bunte Treiben und haben außergewöhnliche Alltagszenen auf Fotos festgehalten, die ihnen als Vorlage für ihre Ölgemälde dienten. Die Fotos wurden am Computer bearbeitet, montiert, verfremdet und anschließend in einer Vielzahl aus einzelnen Farbpunkten und Farbflecken, dem charakteristischen Stil der beiden Künstler, auf Leinwand übertragen.
Das Resultat "Wo ist eigentlich gestern?" sieht mystisch aus und irgendwie auch etwas verklärt - passt also gut zur Fusion, zu diesem Festival, wo oft niemand genau weiß, wieviel Uhr es eigentlich gerade ist.
10. Oktober bis 14. November, Galerie Michael Schultz, Mommsenstr. 34, 10629 Berlin, Di-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr, www.schultzberlin.com
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