Einen ersten Hinweis gibt die Tatsache, dass die Kirche schief steht und halb im Erdboden zu versinken scheint. In etwa, als würde das ganze Bauwerk gen Hölle rutschen. Und in der Tat hat sich hier keine echte Kirchengemeinde eingerichtet, sondern eine Truppe kirchenkritischer Kunst-Aktivisten. Rechtzeitig zum Kunst-Spektakel Gallery Weekend (28. bis 30. April) hat die freie Opernkompanie Novoflot des Berliner Regisseurs Sven Holm die kuriose Aktion gestartet. Motto: „Wo Gott eine Kapelle baut, da baut der Teufel eine Kirche daneben.“
Hintergedanke des Ganzen ist es offenbar, die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum auf die Schippe zu nehmen. 500 Jahre Martin Luther und strenge, protestantische Moral sind den Künstlern genug. Um ihre Kritik zum Ausdruck zu bringen, haben sie ein paar schräge Performance-Einlagen einstudiert. In der Ankündigung werden die Besucher schon vorgewarnt: „Jeder Schrei lässt die Ketten protestantischer Religionsausübung ein wenig mehr erodieren!“ Die Novoflot-Kirche hat vom 27. April bis 1. Mai jeweils von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Ausgenommen ist der 29. April.
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