Meistens werden die ersten Flecken auf dem Besteck sichtbar, und dann entdeckt man rostige Stellen sogar auf Tassen und Tellern und fragt sich: Wie kann das denn sein? Hatte man vielleicht anfangs noch vermutet, dass das Besteck einfach alt wird, so ist spätestens bei Rostflecken auf dem Geschirr klar: Irgendwas stimmt hier nicht.
Denn wenn eigentlich spülmaschinenfeste Teile plötzlich Rost ansetzen, ist das nicht nur unschön und ärgerlich, sondern es deutet auch auf ein anderes Problem hin. Und das hat einen Namen: Flugrost, der übrigens „nach DIN 50 900, Teil 1 (Begriffe der Korrosion) eine beginnende Korrosion von Eisen oder Stahl“ ist, wie auf Wikipedia zu lesen ist.
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Oftmals sei jedoch gar nicht das Besteck selbst der Grund für die Rostflecken, weiß der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) und erklärt: „Andere rostende Materialien, die mitgespült wurden, übertragen den sogenannten Flugrost über das Spülwasser auf die Besteckteile.“
Woher kommt der Flugrost?
Und dann ist die große Frage: Welche anderen rostenden Materialien könnten das sein? Grundsätzlich kommt natürliche Ihr Besteck selbst infrage. Sind Sie sicher, dass es spülmaschinengeeignet ist? Am besten, Sie schauen nach, was der Hersteller dazu sagt. Und das gilt nicht nur für Messer, Löffel und Gabel, sondern auch für alle anderen metallenen Teile, etwa Suppenkellen oder Töpfe und Deckel, Käsehobel, Knoblauchpressen, Eierschneider, Siebe.
Sofern Sie ausschließen können, dass Sie metallische Gegenstände, die nicht in die Spülmaschine dürfen, mitgespült haben, sollten Sie einen Blick auf das restliche Geschirr werfen, empfiehlt der IKW: „Werden beispielsweise ein Emailletopf mit teilweise abgeplatzter Glasur, eine rostende Schraube an einem Messergriff oder an der Griffbefestigung eines Topfes in den Geschirrspüler gegeben, kann dieser Rost sich beim Spülvorgang auch auf andere Gegenstände übertragen.“
Deshalb gehören „beschädigte oder rostende Geschirrteile nicht in die Spülmaschine“. Sie müssen Sie ganz klassische mit der Hand spülen und abtrocknen. Das gilt im Übrigen auch für scharfe Messer mit einem hohen sogenannten Kohlenstoffanteil. Diese dürfen auch nicht in den Geschirrspüler, sondern müssen von Hand abgewaschen werden.
Der Schöneberger Alltagsgegenstände-Laden Nos Store erklärt: „Lange bevor Messer aus rostfreiem Stahl – also Edelstahl – hergestellt wurden, war Carbonstahl, also nicht-rostfreier Kohlenstoffstahl, das Material der Wahl. (…) Um Stahl rostfrei zu machen, wird dem Metall Chrom zugesetzt und der Kohlenstoffgehalt niedrig gehalten. Messer aus rostfreiem Stahl sind mittlerweile Standard – zumindest bei uns in Europa. Japanische Messer hingegen werden oft noch aus Kohlenstoffstahl gefertigt.“
Die nicht rostfreien Carbon- oder Kohlenstoffstahlmesser „haben dank ihres höheren Kohlenstoffgehaltes tolle Fähigkeiten: Sie können höher gehärtet und damit dünner und schärfer geschliffen werden. Das perfekte Material also für Messer, die täglich im Gebrauch sind und ein Leben lang halten sollen“, so der Nos Store. Diese Messer „sind jedoch anfällig für Korrosion, die vor allem bei Kontakt mit Milch- oder Obstsäuren auftritt.“ Deshalb sollten Sie nicht nur prüfen, welche Messer Sie verwenden, sondern auch darauf achten, was Sie damit schneiden.
Woran erkennt man, ob Besteck spülmaschinenfest ist?
Ob Geschirr für die Spülmaschine geeignet ist, steht in der Regel auf der Verpackung oder in der Gebrauchsanweisung. Wenn Sie beim Besteck den Aufdruck „18/10“ entdecken, ist es spülmaschinenfest. Die Zahlenkombination bedeutet nämlich, dass das Material „aus Eisen mit einer Legierung von 18 Prozent Chrom und zehn Prozent Nickel besteht“, wie der IKW weiß, und somit Edelstahl ist.
Der Verband ergänzt: „Der Begriff ‚spülmaschinenfest‘ bezieht sich streng genommen nur auf Essbestecke. Die Kriterien sind vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) im Rahmen einer Registrierung festgelegt. Damit Essbesteck so gekennzeichnet werden darf, müssen zwölf Teile des zu prüfenden Bestecks mindestens tausendmal gespült werden. Bei mindestens zehn von diesen zwölf Teilen dürfen danach keine Risse auftreten und sich keine Korrosionspunkte zeigen, die größer als 0,4 Millimeter sind.“
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Vorsicht jedoch bei Holzgriffen. Diese können beispielsweise rissig werden, weshalb derartiges Besteck von Hand gespült werden sollte. Für alles andere Geschirr gilt, dass Sie den Unterschied zwischen „spülmaschinengeeignet“ und „spülmaschinenfest“ kennen sollten, worauf die Verbraucherzentrale explizit hinweist.
„Während Hersteller ihre Küchenhelfer aufgrund eigener Erfahrungen als ‚spülmaschinengeeignet‘ bezeichnen, ist für die Kennzeichnung ‚spülmaschinenfest‘ eine offizielle Prüfung nach DIN-Normen nötig“, so die Fachleute.
Das offizielle Spülmaschinenfest-Symbol zeigt von oben kommende (Wasser-)Strahlen. Am oberen Rand steht auch eine Zahl. Diese gibt an, „wie oft Sie den Gegenstand in der Spülmaschine reinigen können, ohne dass er Schaden nimmt“, schreibt die Verbraucherzentrale.
Ist auf dem Geschirr ein Spülmaschinensymbol, also etwa Teller und Glas in einem Korb sowie Wassertropfen, bedeutet das lediglich, dass das Geschirr „aufgrund eigener Erfahrung und Einschätzung“ des Herstellers „spülmaschinentauglich“ ist, wie die Verbraucherschützer ergänzen. Und das bedeute: „Spülmaschinengeeignete Haushaltsgegenstände können zwar in der Spülmaschine gereinigt werden. Dadurch können die Küchenutensilien aber mit der Zeit beschädigt werden.“
Übrigens: Das Glas-Gabel-Symbol, das auf vielen Geschirrteilen prangt, hat nichts mit der Spülmaschinentauglichkeit zu tun. Vielmehr heißt es, dass die „für den Lebensmittelkontakt geeignet sind“ und „bei richtiger Verwendung keine Schadstoffe an Lebensmittel“ abgeben.
Oft unbemerkt: Geschirrkörbe können Flugrost verursachen
Die Geschirrkörbe in den Spülmaschinen werden häufig nicht sonderlich pfleglich behandelt. Man zerrt sie raus, schiebt sie schwungvoll zurück, drückt Geschirr zwischen die Stäbe und versucht, verbogene Teile mit Gewalt wieder gerade zu bekommen. Dabei kann natürlich auch etwas kaputtgehen.
Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel weiß: „Die Körbe bestehen normalerweise aus kunststoffummanteltem Stahl. Wird die Kunststoffbeschichtung beispielsweise durch scharfe Gegenstände beschädigt oder sogenannte Korbstacheln z. B. durch schwere Töpfe verbogen oder gar geknickt, dann kann sich der Rost des beschädigten Materials auch auf Besteckteile übertragen.“
Deshalb sollten Sie auch einmal die Geschirrkörbe untersuchen und nachschauen, ob Sie irgendwo eine Beschädigung und somit die potenzielle Ursache für den Rost finden können. Im Internet gibt es verschiedene Anbieter, die Ersatz-Geschirrkörbe für alle gängigen Geschirrspüler verkaufen. Die Preise variieren teilweise stark. Außerdem gibt es Reparatursets.
Bei Flugrost sollten Sie den Salzgehalt checken
Unabhängig vom tatsächlichen Rost in der Spülmaschine – oder zusätzlich dazu – kann auch der Salzgehalt im Spülwasser zu hoch sein. Dem könne vorgebeugt werden, „indem nach der Befüllung der Enthärtungsanlage verschüttetes Regeneriersalz aus der Spülmaschine entfernt wird“, erklärt der IKW. „Der Behälter für Regeneriersalz soll immer richtig verschlossen werden. Sehr salzhaltige Lebensmittelrückstände sollen vor dem Spülgang von Geschirr- und Besteckteilen entfernt werden.“
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Das Salz kann sich nämlich in oder gar durch den Boden der Spülmaschine ätzen und entsprechende Schäden verursachen. Die ersten Anzeichen sind oftmals kleine schwarze Punkte. Wenn Sie nicht reagieren, entsteht Lochfraß, auch Lochkorrosion genannt.
Einen zu hohen Salzgehalt merken Sie übrigens auch an milchig aussehenden Gläsern. Die Salzrückstände lassen sich jedoch leicht abspülen. Sollte das nicht gelingen, sind es Kalkablagerungen.
Was hilft gegen Flugrost?
Um Ihr Besteck oder Töpfe zu reinigen, können Sie beispielsweise Edelstahlreiniger verwenden. Danach alles gut abwaschen! Teile, die Rost angesetzt haben – und seien es auch nur kleine Flecken –, sollten Sie nicht mehr in die Spülmaschine geben. Der IKW empfiehlt zudem, den „Kontakt verschiedener Metalle“ zu vermeiden, beispielsweise indem man diese entsprechend in den Besteckkorb sortiert oder mit Abstand in die Besteckschublade legt.
Flugrostflecken an Besteck und Geschirr lassen sich auch mit Zitronensaft – entweder frisch gepresst oder in der Flasche gekauft – beseitigen. Hierfür tunkt man ein Tuch in den Saft und reibt damit die rostigen Stellen ein, poliert dann mit einem trockenen Tuch nach. Sollte das nicht ausreichen, können Sie die Teile auch für ein paar Stunden im Zitronensaft einlegen. In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie den Flugrost, sobald Sie ihn entdecken, sofort entfernen und das Geschirr oder das Besteck nicht mit dem Rost erneut in die Spülmaschine geben.
Es gibt auch sogenannte Rostmagneten. Das sind Aluminiumstäbe, die den Rost magnetisch anziehen sollen und die man einfach in den Besteckkorb legt. Bekannt sind sie durch das TV-Format „Die Höhle der Löwen“.
Je nach Anbieter wird „Rokitta’s Rostschreck“ auf Amazon und anderen Portalen (Otto, Mediamarkt) mit rund 4,3 von 5 möglichen Sternen bewertet. Es gibt etliche Menschen, die behaupten, das Produkt würde nicht funktionieren – sie sind aber deutlich in der Minderheit, denn mehr als 50 Prozent der Rezensierenden vergeben volle fünf Sterne. Kaufen können Sie die Rostmagneten auch in Supermärkten und Drogerien.
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