Er rechne mit anstrengenden Verhandlungen, sagte der Regierende Bürgermeister und SPD-Chef Michael Müller am Abend nach der Sitzung in der Parteizentrale. Ein Dreierbündnis auszuhandeln, sei erfahrungsgemäß besonders arbeitsintensiv. SPD, Linke und Grüne hätten sich zudem besonders viel vorgenommen. „Wir wissen, dass diese Legislatur eine Form von Neuanfang sein muss.“
Grüne: "Wir wollen Verantwortung übernehmen"
Der Grünen-Vorsitzende Daniel Wesener äußerte sich ähnlich. „Uns Grünen ist klar, dass ein neuer Senat vor großen Aufgaben steht – egal ob Verwaltungsmodernisierung, Wohnungsbau, ÖPNV, Radverkehr oder Klimaschutz“, sagte er der Berliner Zeitung. Was in den letzten Jahren liegen geblieben sei, müsse man nun anpacken. „Wir wollen Verantwortung übernehmen“, so Wesener.
Die Verhandlungskommission, in der jeweils acht Vertreter der drei Parteien sitzen werden, soll zum ersten Mal am 6. Oktober tagen. Schon zwei Tage später komm die Runde erneut zusammen, bevor in der Woche darauf die Detailgespräche auf Fachebene beginnen. Für die SPD verhandeln neben Müller die Vorstandsmitglieder Andreas Geisel, Barbara Loth, Mark Rackles, Iris Spranger und Angelika Schöttler sowie Fraktionschef Raed Saleh und die Bundestagsabgeordnete Eva Högl. Zusätzlich ist Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen dabei.
Mittwoch kleiner Parteitag der Grünen
Die Grünen sind mit dem Spitzenteam Ramona Pop, Antje Kapek, Bettina Jarasch und Daniel Wesener vertreten. Die anderen vier wollen die Grünen erst verraten, wenn am Mittwoch ein kleiner Parteitag die Koalitionsgespräche abgesegnet hat. Die Linken geben ihre Verhandlungsgruppe nach ihrem Parteitag an diesem Freitag bekannt.
In der ersten Herbstferienwoche wollen die rot-rot-grünen Oberverhandler pausieren, auch weil Müller Mitte Oktober in Südamerika an einer Treffen des weltweiten Städtenetzwerkes „Metropolis“ und der sogenannten Habitat 3 Konferenz der Vereinten Nationen teilnimmt. Erst am 19. Oktober ist er wieder in Berlin, doch die möglichen Koalitionspartner stört das nicht. Im Gegenteil. „Alle sind froh darüber, ein wenig durchschnaufen zu können, denn der Wahlkampf war sehr anstrengend“, hieß es bei den Grünen.
Der Zeitdruck dürfte dadurch aber erheblich steigen, denn SPD, Linke und Grüne müssen ihren Arbeitsplan für die kommenden fünf Jahre spätestens Mitte November ausgehandelt haben. Jedenfalls dann, wenn der nächste Regierende Bürgermeister wie geplant am 8. Dezember vom Abgeordnetenhaus gewählt werden soll.
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