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Protest

Demo gegen Rechts: Polizei spricht von 100.000 Menschen – Protest beendet, Innenstadt überfüllt

++ Zehntausende demonstrierten in Berlin gegen Rechtsextremismus und die AfD ++ Die Massen wichen wegen des Andrangs auf die Straße des 17. Juni aus ++ Alle Infos im Überblick

Team News Carola Tunk Alexander Schmalz Carola Tunk und Alexander Schmalz
7 Min
Zahlreiche Demonstranten versammeln sich vor dem Bundestag.

Zahlreiche Demonstranten versammeln sich vor dem Bundestag.

© Markus Waechter/Berliner Zeitung

Protest unter dem Motto „Demokratie verteidigen: Zusammen gegen Rechts“

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19.05 Uhr: Die Massen sorgen für eine volle Innenstadt 

Auch nach Beendigung der Großdemo ist die Innenstadt noch lange vollgestopft mit Menschen. Die Massen ziehen in langen Zügen die Straßen entlang, die vom Demogelände wegführen, berichtet einer unser Reporter. Es wirkt, als wären das noch immer Demonstrationszüge, dabei ist es nur der Nach-Hause-Weg. Am Berliner Dom ist auf einer kleinen Bühne eine Spontandemo.

Rund um den Hauptbahnhof ist der Andrang so groß, dass sich die Massen vor den Türen des Gebäudes stauen. Kein Hereinkommen. Viele sehen sich gezwungen, zu anderen Bahnhöfen zu laufen, aber zum Beispiel der U-Bahnhof am Brandenburger Tor ist gesperrt – wegen zu viel Andrang. Damit es nicht zu allzu langen Wartezeiten kommt, wurde reagiert. Zum Beispiel fahren die Bahnen der U5 deutlich öfter als sonntags üblich. An der Station am Roten Rathaus fahren sie im Zwei-Minuten-Takt.

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18.50 Uhr: Bundespräsident richtet Videobotschaft an Demonstranten

In Deutschland sind am Wochenende Hunderttausende Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Vielerorts kamen deutlich mehr Demonstranten als erwartet zu den Protesten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte das Engagement der Demonstranten. „Diese Menschen machen uns allen Mut“, sagte er in einer am Sonntag veröffentlichten Videobotschaft. „Sie verteidigen unsere Republik und unser Grundgesetz gegen seine Feinde. Sie verteidigen unsere Menschlichkeit.“

Auf der Internetplattform X wird er von einigen wenigen dafür kritisiert, dass er sich trotz seines Amtes mit den Demonstranten solidarisiert, obwohl er zur Überparteilichkeit verpflichtet ist. 

18.20 Uhr: Demonstration beendet

Nach Angaben der Polizei ist die Demonstration offiziell beendet. „Es findet derzeit ein großer Abstrom statt“, sagt eine Polizeisprecherin. Viele hätten den Heimweg angetreten. Die Brücke zum Hauptbahnhof war deshalb kurzzeitig gesperrt. Für ein Fazit der Polizei sei es noch zu früh. Aber der Protest sei sehr friedlich verlaufen, so die Sprecherin. 

17.48 Uhr: Überfüllte Bahnhöfe – weiträumige Umfahrungen empfohlen

Die vielen Menschen bei der Demonstration sorgen für Verkehrsbeeinträchtigungen in Berlins Innenstadt. Besonders voll ist es derzeit auf dem Hauptbahnhof, teilt die Polizei auf X mit. Fahrgäste werden gebeten, die Bahnhöfe Potsdamer Platz oder Alexanderplatz zu nutzen. „Oder Sie machen noch ein paar mehr Schritte durch Berlin in die Richtung, in die Sie wollen“, heißt es. 

Die Berliner S-Bahn teilte zuvor mit: Bitte nutzen Sie zur weiträumigen Umfahrung ab Friedrichstraße die Linien S3, S5, S7 und S9 über Westkreuz oder Ostkreuz und zwischen Westkreuz / Ostkreuz und Südkreuz / Schöneberg die Ringbahnlinien S41 und S42.

17.32 Uhr: Der Veranstalter spricht von 350.000 Demonstranten in Berlin

Der Veranstalter spricht von 350.000 Teilnehmern. Ein Polizeisprecher sagt der Berliner Zeitung, dass diese Zahl deutlich zu hochgegriffen ist.

17.20 Uhr: Demonstrationszug hat sich in Bewegung gesetzt 

Nach Angaben der Polizei haben sich mindestens 15.000 Menschen in Bewegung gesetzt. Mehr als 60.000 würden noch auf der Fläche vor dem Bundestag stehen, viele weitere seien in der Umgebung verteilt. 

17.10 Uhr: Eine Million Menschen bundesweit auf den Straßen 

Bundesweit sind nach Angaben des Veranstalters der Demonstration rund eine Million Menschen auf den Straßen. 

16.55 Uhr: Demonstrationszug darf nicht starten

Die Polizei verbietet derzeit noch den Start des Protestzuges, der eigentlich für 16 Uhr vorgesehen war. Der Andrang ist offenbar zu groß. Die Einsatzkräfte koordinieren sich noch. 

16.50 Uhr: Polizei spricht von 100.000 Teilnehmern 

Noch vor 40 Minuten sollen es etwa 30.000 Menschen vor dem Bundestag gewesen sein. Dann kommt das Update: Nach Angaben der Polizei könnten es um die 100.000 Menschen sein, weshalb die Versammlungsfläche vergrößert wurde. „Das ist nicht ganz klar, weil die Fläche so groß ist und nicht alle dicht beieinander stehen“, sagt ein Polizeisprecher. Einige andere Kollegen meinen, es sind mehr als 60.000. „Schwierig, dass derzeit genau zusagen“, meint der Sprecher.

Auf Plakaten ist unter anderem zu lesen: „Null Böcke auf Höcke“, „Nie wieder ist jetzt“ und „Zeit zum Durchwischen“. Die Menschen waren dem Aufruf „Zusammen gegen Rechts“ gefolgt.

16.42 Uhr: U5 hält nicht beim Bundestag

Angesichts des großen Zustroms ist der U-Bahn-Verkehr in dem Bereich eingeschränkt. Die U5 halte derzeit nicht an den Stationen Unter den Linden, Brandenburger Tor und Bundestag, teilt die BVG mit. Die S-Bahn bat, den Bereich weiträumig zu umfahren.

16.40 Uhr: Versammlungsfläche wird auf die Straße des 17. Juni verlegt 

Damit alle Platz finden, wurde die Versammlungsfläche erweitert. Die Polizei bittet die Demonstranten nun auch die Straße des 17. Juni vom Brandenburger Tor bis zur Siegessäule zu nutzen. In München musste zuvor aufgrund des Andrangs der Protest wegen Überfüllung abgebrochen werden, weil sich dort 200.000 Demonstranten versammelt hatten. 

16.05 Uhr: Der Platz füllt sich – „Nicht jeder AfD-Wähler ist ein Nazi“

Der Platz ist bereits gut gefüllt. Serkan Wels vom Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg setzt sich für Toleranz und Vielfältigkeit ein. Er sagt: „Nicht jeder AfD-Wähler ist ein Nazi. Es tun sich große Lücken in der Gesellschaft auf. Ins Gespräch zu gehen, bringt oft nichts. Wenn man es versucht, wird man beleidigt, mit irgendwelchen Kraftausdrücken.“ Parisa Khayamdar, Sprecherin der Veranstalter, erklärt unserer Reporterin, dass die Demonstration ein Appell an die Politik ist. „Es soll aktiv gezeigt werden, dass unsere Demokratie noch handlungsfähig ist.“

16.20 Uhr: „Ganz Berlin hasst die AfD“

Die Polizei warnt vor Glätte, während alle auf den Start des Demonstrationszuges warten. Kurz darauf ertönt ein lauter Sprechchor: „Ganz Berlin hasst die AfD“.

15.20 Uhr: Menschen aller Altersgruppen strömen zum Bundestag

Menschen aller Altersgruppen strömen zum Bundestag. Viele haben Banner, Plakate und Fahnen dabei. „Wir sind hier, um uns aktiv gegen die AfD einzusetzen“, sagte die 16-jährige Marlien Lenze unserer Reporterin. „Ich bin hier, weil die AfD hässlich ist. Ich erwarte ein Zusammensein gegen Rechts und dass wir zeigen, wie viele wir sind“, erzählt die 29-jährige Ann Katrin Lachnit aus Friedrichshain.

Immer mehr Demonstranten versammeln sich vor dem Bundestag. 

Immer mehr Demonstranten versammeln sich vor dem Bundestag. 

© Carola Tunk

Das war die ursprüngliche Route der Demo gegen Rechts am Sonntag in Berlin

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Bereits am Freitag und Samstag waren in zahlreichen Städten Hunderttausende Menschen auf die Straßen gegangen. Veranstalter der Proteste rechnen für Sonntag in München, Köln und Berlin wieder mit zahlreichen Teilnehmern.  

Bundesinnenministerin Nancy Faeser schrieb am Samstagabend mit Blick auf die Proteste: „So viele Menschen, die Gesicht und Haltung zeigen - unsere Demokratie lebt von starken Demokraten wie Euch!“ Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, die aus Thüringen stammt, schrieb auf der Plattform X, vormals Twitter: „Halle, Magdeburg, Spremberg, Luckenwalde, Eberswalde, Jena, Leipzig, Dresden, Erfurt, Potsdam. Überall im Osten sind Menschen für Demokratie auf der Straße, die wir 1989 erkämpft haben. Ermutigend! Freu mich über alle, die rausgegangen sind, aber besonders im Osten.“

Correctiv-Recherche ist Auslöser der Proteste gegen Rechts

Bundesweit sind in den vergangenen Tagen Zehntausende Menschen bei vergleichbaren Demonstrationen auf die Straße gegangen. Häufig wurden die erwarteten Teilnehmerzahlen deutlich übertroffen. Am Samstag waren deutschlandweit mehr als 100.000 Menschen gegen Rechts und für die Demokratie auf die Straße gegangen. Allein in Frankfurt am Main und in Hannover demonstrierten nach Angaben von Polizei und Veranstaltern jeweils 35.000 Menschen.

Auslöser der seit mehreren Tagen andauernden Proteste ist ein Bericht des Medienhauses Correctiv aus der vergangenen Woche über ein bis dahin nicht bekanntes Treffen von Rechtsradikalen in einer Potsdamer Villa vom 25. November. An dem Treffen hatten auch mehrere AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU und der sehr konservativen Werteunion teilgenommen.

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