Rückgang der Arbeitslosenquote

Immer weniger Berliner sind arbeitslos

Starkes Wachstum, mehr Arbeitsplätze: Die Beschäftigung in Berlin steigt, und die Arbeitslosenzahl fällt auf Werte zurück, die es schon seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gab.

Matthias Loke
3 Min
Die Beschäftigung in Berlin steigt.

Die Beschäftigung in Berlin steigt.

© imago stock&people Lizenz

Die Wirtschaft in Berlin ist auf solidem Wachstumskurs, die Beschäftigung steigt – zum ersten Mal seit 1991 wird die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt voraussichtlich wieder unter die Marke von 200 000 sinken. Davon geht Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) fest aus: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das 2015 im Jahresdurchschnitt schaffen werden“, sagte sie der Berliner Zeitung.

Im vergangenen Jahr war die Marke mit rund 203 000 erwerbslosen Frauen und Männern noch verfehlt worden. Aber wegen der gutlaufenden Konjunktur, die mit einem Stellenaufbau in vielen Branchen einhergeht, dürfte die Arbeitslosenzahl in diesem Jahr erneut kräftig sinken. In den vergangenen zehn Jahren verringerte sich die Zahl der Menschen ohne Job in der Hauptstadt damit um mehr als die Hälfte. Die Arbeitslosenquoten in den Bezirken fielen allein in den letzten fünf Jahren deutlich.

Weniger arbeitslose Jugendliche

Die Senatorin betonte, es sei kein Selbstläufer, dass einerseits die Beschäftigung stetig zunehme und gleichzeitig die Arbeitslosigkeit abgebaut werde. „Denn man muss bedenken, dass jedes Jahr rund 40 000 Menschen neu nach Berlin kommen“, sagte sie. Dies bedeute ganz klar: Der Abbau der Arbeitslosigkeit wirke auch bei den „Alt“-Berlinern. „Sie können sich trotz der Konkurrenz zu den Zugewanderten durchsetzen. Besonders zeigt sich das bei den Jugendlichen und den Langzeitarbeitslosen.“ Gemessen an anderen Ländern baut Berlin mit am stärksten Jugendarbeitslosigkeit sowie Langzeitarbeitslosigkeit ab, so die Senatorin.

Insbesondere die Dienstleistungsbereiche in Berlin wachsen mit einer hohen Dynamik, wie zum Beispiel Handel sowie das Beherbungswesen. Sie profitieren in erster Linie von den immer noch stark steigenden Besucherzahlen. Die Touristen bringen Milliarden Euro an Kaufkraft mit in die Stadt, was sich im Einzelhandel sowie in Hotels und Gaststätten in steigenden Umsätzen niederschlägt. Ebenso stark entwickeln sich die Technologiefirmen, sei es in Start-ups oder in bereits börsennotierten Unternehmen. In der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage signalisieren zudem die Baufirmen, Personal aufstocken zu wollen.

Senatorin Kolat führte die positive Entwicklung auch auf einen Paradigmenwechsel am Beginn der Legislaturperiode zurück: Arbeitslose sollten für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht und „nicht ziellos von einer Maßnahme in die nächste weitergereicht werden oder zeitlich befristet in öffentlich geförderter Beschäftigung hängen“ bleiben. Darauf sei das Programm BerlinArbeit des Senats ausgerichtet.

Dass die Beschäftigungsaussichten weiterhin gut sind, zeigt der Stellenindikator der regionalen Arbeitsagenturen. Dieser Index für die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt aktuell deutlich sowohl über dem Wert des Vormonats als auch über dem Wert vom Vorjahr. Die Berliner Arbeitsagenturen sehen derzeit vor allem einen stärkeren Bedarf an Fachkräften in den Bereichen Verkehr und Lagerei, Gesundheits- und Pflegedienste. An diesem Dienstag gibt Arbeitsagentur die aktuellen Daten für Mai 2015 bekannt.

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