London - Alzheimer tritt längst nicht nur im hohen Alter auf, sondern auch bei Menschen, die noch mitten im Berufsleben stehen. Die Diagnose an sich ist erschütternd – zu allen Sorgen der Betroffenen kommt in diesen Fällen die Frage hinzu, wie sie trotz ihrer Erkrankung weiter berufstätig bleiben können.
So erging es auch Doron Salomons Mutter: Mit Anfang 50 traten die ersten Beschwerden bei der Britin auf, mit 56 Jahren erhielt sie die Diagnose Alzheimer. Dennoch konnte die heute 61-Jährige noch fünf Jahre lang weiter arbeiten – auch dank ihres entgegenkommenden Arbeitgebers. Im Oktober 2017 war die Krankheit schließlich so weit fortgeschritten, dass die Britin im Grunde nicht mehr arbeitsfähig war, dennoch hielt ihr Arbeitgeber ihr weiterhin die Treue. Vergangene Woche hatte sie schließlich ihren letzten Arbeitstag.
Nach Alzheimer-Erkrankung: Sohn dankt Arbeitgeber seiner Mutter auf Twitter
Doron Salomon sprach der britischen Supermarktkette Sainsbury’s nun öffentlich seinen Dank aus: In mehreren Tweets lobt er, wie der Arbeitgeber seiner Mutter mit ihrer Erkrankung umging. „Sainsbury’s hat immer zu ihr gestanden und alles getan, um sicherzustellen, dass sie zufrieden ist und sich wertgeschätzt fühlt“, erklärt Salomon. „Unter anderem haben sie ihr Schulungen angeboten, ihre Arbeitszeiten angepasst, sich regelmäßig mit ihr und meinem Vater getroffen und sichergestellt, dass ihre Kollegen Bescheid wissen und ihr helfen können.“
Als sie nicht mehr in der Buchhaltung arbeiten konnte, bekam seine Mutter einen Job mit niedrigeren Anforderungen und stellte fortan Online-Bestellungen für die Lieferung zusammen. Auch als das nicht mehr ging, wurde eine Position für sie geschaffen, damit sie weiter beschäftigt werden konnte: Sie reinigte dann die Warenkörbe. „Für meine Mutter wurde das zur wichtigsten Aufgabe der Welt“, erzählt Salomon. „Das Selbstwertgefühl und der Stolz haben ihr zweifellos geholfen, mit der Erkrankung zurechtzukommen und ihr zudem etwas gegeben, worüber sie sich mit anderen unterhalten konnte.“
Twitter zeigt sich gerührt von vorbildlichem Arbeitgeber
Das Unternehmen sei immer besorgt um seine Mutter gewesen und habe wissen wollen, was es noch tun könne, um zu helfen. Auch im Namen seiner Familie bedankte Salomon sich: „Sainsbury’s war immer ein großartiger Arbeitgeber und die Mitarbeiter haben Einfühlungsvermögen, Entgegenkommen und Anteilnahme gezeigt.“
Neben dem Dank an Sainsbury’s teilte Doron Salomon außerdem die Geschichte seiner Mutter mit der Twitter-Gemeinde. Damit rührt er tausende Menschen, mehr als 14.000 klickten auf „Gefällt mir“. Seine Geschichte habe sie zum Weinen gebracht, erklären gleich mehrere Twitter-Nutzer.
Einige teilen ähnliche Erfahrungen mit dem Unternehmen, nach denen es seine Angestellte bei schweren Erkrankungen vorbildlich unterstützt. „Ein herausragendes Vorbild für gute Führung auf allen Ebenen“, kommentiert Twitter-Nutzer Angus Turnbull. „Alzheimer’s Research UK“ lobt ebenfalls: „Deine Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, Menschen mit Demenz zu helfen, ein aktiver Teil der Gesellschaft zu bleiben und verdeutlicht den großen Einfluss, den das auf ihre Lebensqualität haben kann.“
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