Russlands Botschafter in Großbritannien hat Berichte nicht dementiert, wonach sein Land Sensoren vor der britischen Küste versteckt hat, um britische Atom-U-Boote auszuspionieren. Er betonte jedoch, dass dies keine Bedrohung darstelle.
In einem Interview mit der BBC wurde Andrej Kelin gefragt, ob er den Bericht, der vergangene Woche zuerst in der Sunday Times erschienen war, bestreite: „Nein“, antwortete der russische Diplomat. „Ich werde es nicht bestreiten, aber ich frage mich, ob wir wirklich ein Interesse daran haben, alle britischen U-Boote mit sehr alten, veralteten Atomsprengköpfen zu verfolgen“, sagte Kelin und fügte hinzu: „All diese Drohungen sind extrem übertrieben.“
Britische Militärs nach Bericht über Russland-Spionage: Im Atlantik tobt „ein Krieg“
Dem Bericht zufolge seien rund um Großbritannien mehrere mutmaßliche russische Spionage-Sensoren im Meer entdeckt worden. Die britische Marine habe einige Geräte am Meeresgrund gefunden, während andere an Land gespült worden seien, berichtete die britische Zeitung.
Armeeführung und Geheimdienste vermuten demnach, dass die Sensoren dazu dienen sollten, Informationen über die vier britischen U-Boote zu sammeln, die mit Atomraketen bestückt sind. Im Atlantik tobe „ein Krieg“, sagte ein hochrangiger britischer Militärvertreter der Sunday Times. „Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel, das seit dem Ende des Kalten Krieges andauert und sich jetzt wieder aufheizt.“
HMS Trent, ein Offshore-Patrouillenschiff der britischen Marine.
© PA Media
Laut der Recherche wurden außerdem mehrere unbemannte Unterwasserfahrzeuge in der Nähe von Datenkabeln im Meer entdeckt. Die Regierung verfüge zudem über „glaubhafte Informationen“, wonach Jachten russischer Oligarchen für Aufklärungseinsätze im Meer benutzt worden sein könnten, hieß es in dem Bericht weiter.
Von der BBC weiter zu diesem Thema befragt, betonte der russische Botschafter, er bestreite die Existenz von Drohungen für Großbritannien. „Diese Bedrohung ist frei erfunden, es gibt überhaupt keine Bedrohung für Großbritannien durch Russland“, so Kelin.
Russlands erste Reaktion auf Bericht: „Science-Fiction-Geschichte“
Zunächst hatte sich Russland empört über den Bericht gezeigt. Moskaus Botschaft in London wies das als „eilig zusammengebastelte Science-Fiction-Geschichte“ und „niveaulose Parodie auf die Romane von Jules Verne“ zurück. Eine Bedrohung sei vielmehr die „Linie des britischen Establishments, die Konfrontation mit Russland“ weiter voranzutreiben, hieß es in einer wenige Stunden nach der Erscheinung des Berichts veröffentlichen Mitteilung.
Ziel solcher unbegründeten Anschuldigungen sei es, die Bemühungen der USA und Russlands für eine friedliche Beilegung des Ukraine-Konflikts zu stören und die Verbesserung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington zu verhindern. Zudem wolle London so ungeachtet von Sparzwängen höhere Militärausgaben rechtfertigen. (mit AFP, dpa)
Mutmaßliche Spionage-Sensoren Russlands um Großbritannien entdeckt
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