Messenger-Dienst

Russland schränkt offenbar Nutzung von Telegram ein

Russische Behörden wollen einem Medienbericht zufolge von Dienstag an den beliebten Messenger Telegram drosseln. Nutzer klagen schon jetzt über Störungen.

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Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor hat laut dem russischen Nachrichtenportal RBC am Dienstag damit begonnen, den Betrieb des Messenger-Dienstes Telegram in Russland einzuschränken.

Telegram ist im Jahr 2013 von den russischen Brüdern Pawel und Nikolai Durow entwickelt worden. Nach Konflikten mit dem russischen Staat hatten sie sich allerdings ins Ausland abgesetzt. Da Telegram im Rahmen des Anti-Terror-Gesetztes keine Entschlüsselungsdaten an den Geheimdienst FSB herausgeben wollte, hatten die russischen Behörden ab 2018 versucht den Dienst zu blockieren, scheiterten jedoch technisch, sodass die Sperre im Jahr 2020 wieder offiziell aufgehoben wurde.

Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti droht Telegram in acht anstehenden Gerichtsverfahren Geldstrafen von bis zu 64 Millionen Rubel (etwa 830.000 US-Dollar). Den Vorwürfen zufolge hat das Unternehmen es versäumt, nach russischem Recht verbotene Inhalte zu entfernen.

Nutzer berichten von Problemen beim Laden der Seite

Nun erklärte Roskomnadzor, die Einschränkungen würden fortgesetzt, um russisches Recht durchzusetzen und den Schutz der Bürger zu gewährleisten, wie RBC berichtete. Nutzer in ganz Russland sollen bereits den zweiten Tag in Folge Störungen gemeldet haben. Auf Überwachungsportalen gingen demnach rund 15.000 Beschwerden ein. Dies seien deutlich mehr als üblich. Die meisten Nutzer berichteten von Problemen beim Laden von Fotos und Videos sowie von langsamen Verbindungen.

Bereits im August 2025 hatte Roskomnadzor Anrufe über Telegram und WhatsApp blockiert. Die Behörde begründete dies damit, dass die Dienste für Betrug und die Anwerbung von Bürgern für Sabotageaktionen genutzt würden.

Auch staatsnahe Medien nutzen die Plattform

Auch staatsnahe Medien nutzen Telegram intensiv und haben dort Millionen Abonnenten. Im Juni 2025 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz zur Schaffung einer nationalen digitalen Plattform rund um den staatlich entwickelten Messenger Max.

Ziel war es, eine „nationale“ Alternative zu WhatsApp und Telegram zu etablieren und die Abhängigkeit von ausländischen Diensten zu verringern. In westlichen Medien wurde jedoch gewarnt, die Plattform Max könnte Massenüberwachung ermöglichen.

Viele Russen greifen zunehmend auf VPN-Dienste zurück, um ausländische Medien zu erreichen, die in Russland blockiert sind.

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