Nach russischen Angaben sind in der ostukrainischen Stadt Lyssytschansk am Samstag mindestens 15 Menschen durch ukrainischen Beschuss getötet worden. Zehn Menschen seien gerettet worden, teilte das russische Katastrophenschutzministerium im Onlinedienst Telegram mit. „Die ukrainischen Streitkräfte haben eine Bäckerei in Lyssytschansk beschossen, unter den Trümmern befinden sich Zivilisten“, schrieb der Chef der von Russland annektierten Region Luhansk, Leonid Passetschnik, am Samstag auf seinem Telegram-Kanal.
Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach von „terroristischen Handlungen der ukrainischen Neonazis“. Kiew habe gewusst, dass sich zu der Zeit in der Bäckerei viele Menschen aufhielten und habe absichtlich dieses Ziel gewählt, behauptete die Sprecherin. Sie forderte eine internationale Verurteilung des Angriffs, gerade auch im Westen, da Lyssytschansk mit westlichen Waffensystemen attackiert worden sei. Nach Behördenangaben wurde die Stadt mit Raketenartillerie vom Typ Himars beschossen.
Bis zu 40 Menschen sollen laut Russland unter den Trümmern liegen
Staatliche russische Nachrichtenagenturen zitierten die Polizei, dass sich „bis zu 40 Menschen“ unter den Trümmern befinden könnten. Die Nachrichtenagentur Ria Nowosti veröffentlichte ein Video eines stark zerstörten Gebäudes, auf dem auch Rettungskräfte dabei zu sehen sind, wie sie ein zerdrücktes Auto aus den Trümmern bergen. Die Bergungsarbeiten würden in der Nacht fortgesetzt.
Vor dem Ukraine-Krieg war Lyssytschansk eine Großstadt mit etwa 100.000 Einwohnern. Im Sommer 2022 wurde sie nach schweren Kämpfen von russischen Truppen eingenommen. Die Einwohnerzahl soll damals unter 10.000 gelegen haben. Bis Herbst 2023 ist diese Zahl nach offiziellen russischen Angaben auf 37.000 gestiegen. Die Stadt, die zusammen mit dem benachbarten Sjewjerodonezk einen industriell geprägten Ballungsraum im Nordosten der Ukraine bildete, ist weiter stark vom Krieg geprägt. Lyssytschansk liegt nur etwa zehn Kilometer von der Frontlinie entfernt.
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