Im Zuge der Wiederannäherung zwischen Moskau und Washington hat Russland die Entsendung eines neuen Botschafters in die USA angekündigt. Der Karrierediplomat Alexander Dartschiew soll den seit dem vergangenen Jahr verwaisten Posten übernehmen, erklärte das russische Außenministerium am Freitag. Dartschiews Ernennung sei Folge der mehr als sechsstündigen Gespräche zwischen Delegationen beider Seiten am Vortag in Istanbul.
Dartschiew, derzeit Leiter der Nordamerika-Abteilung des Außenministeriums, wird bald nach Washington aufbrechen. Moskau hatte seit dem Ausscheiden des letzten Botschafters im Oktober keinen Gesandten mehr in den USA.
Nach Angaben der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bestand das Ziel des Treffens darin, „Wege zur Lösung zahlreicher Irritationen auszuloten, die im bilateralen Dialog aufgrund der durch die destruktiven Handlungen früherer US-Regierungen gelegten Grundlagen fortbestehen“. Unter anderem sei über eine Rückgabe von sechs Immobilien Russlands in den USA gesprochen worden, die zwischen 2016 und 2018 „illegal beschlagnahmt“ worden seien. Den Angaben zufolge schlug Russland den USA zudem vor, die wegen der russischen Offensive in der Ukraine vor drei Jahren eingestellten Flugverbindungen zwischen beiden Ländern wiederaufzunehmen.
Der seit Januar amtierende neue US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen eine radikale Kehrtwende in der US-Politik gegenüber Russland vollzogen. Nach einem überraschenden Telefonat mit Putin entsandte Trump seinen Außenminister Marco Rubio zu Gesprächen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow nach Riad. Dort vereinbarten beide Seiten, Gespräche über den Ukraine-Konflikt aufzunehmen.
Die überraschende Wiederannäherung zwischen Washington und Moskau weckte in der Ukraine und der EU Besorgnis. Kiew und seine europäischen Unterstützer fürchten, bei den Gesprächen über eine Beendigung des Ukraine-Konflikts übergangen zu werden.
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