Ukrainekrieg

Kurz vor russischer Siegesparade: Drohnen legen Moskauer Flughäfen lahm

In wenigen Tagen will Moskau mit einer großen Parade den Sieg über Nazi-Deutschland feiern. Erneut schickt die Ukraine Drohnen in Richtung Hauptstadt.

Katerina Alexandridi Katerina Alexandridi/dpa/AFP
3 Min
Dieses vom russischen Verteidigungsministeriums zur Verfügung gestellte Foto zeigt Drohnen am Himmel.

Dieses vom russischen Verteidigungsministeriums zur Verfügung gestellte Foto zeigt Drohnen am Himmel.

© AP

Wenige Tage vor den Gedenkfeiern in Russland zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg meldet Moskau neue Drohnenangriffe. Mindestens 19 unbemannte Flugobjekte seien aus verschiedenen Richtungen auf Moskau zugesteuert und von den Flugabwehrkräften abgeschossen worden, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin in der Nacht zu Dienstag auf Telegram mit. Trümmer einer Drohne seien auf eine Autobahn gestürzt. Bislang gebe es aber keine Berichte über schwere Schäden oder Verletzte.

Aus Sicherheitsgründen wurde der Flugverkehr auf den vier Moskauer Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski vorübergehend eingestellt, wie russische Staatsmedien berichten. Darüber hinaus wurde der Flugverkehr auch auf den Flughäfen in Kaluga (rund 200 Kilometer südwestlich von Moskau), Saratow (rund 850 km südöstlich von Moskau) und Wolgograd (rund 1000 Kilometer südöstlich von Moskau) zeitweise gestoppt.

Darüber hinaus teilten die Behörden mit, über den Gebieten Woronesch und Pensa seien ukrainische Drohnen abgefangen worden. Auch von dort wurden zunächst weder Schäden noch Verletzte gemeldet. Es ist die zweite Nacht in Folge, in der Russland einen Drohnenangriff meldet – laut Verteidigungsministerium wurden in der Nacht zum Montag 26 ukrainische Drohnen abgeschossen.

Am vergangenen Samstag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, Russland trage die alleinige Verantwortung für die Sicherheit ausländischer Staats- und Regierungschefs, die anlässlich der großen Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland nach Moskau reisen. „Wir können keine Verantwortung für das übernehmen, was auf dem Gebiet der Russischen Föderation geschieht“, sagte Selenskyj am Samstag laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Interfax.

Neue ukrainische Offensive im russischen Kursk?

Unterdessen wurde am Montag über neue ukrainische Vorstöße in die russische Grenzregion Kursk berichtet. Moskau hatte im April erklärt, neun Monate nach Beginn der ukrainischen Offensive die Kontrolle über das Gebiet zurückerlangt zu haben – Kiew bestreitet das.

Laut ukrainischem Generalstab wurde am Sonntag ein Drohnenkommandozentrum nahe dem russischen Dorf Tjotkino getroffen. In der Stadt Rylsk fiel nach einem ukrainischen Angriff der Strom aus, wie russische Behörden mitteilten. Mehrere russische Militärblogger berichteten zudem, ukrainische Truppen hätten versucht, in ein Grenzdorf einzudringen, und veröffentlichten Bilder von Fahrzeugen, die Panzersperren durchbrechen. Zudem hätten sie Raketen über die Grenze gefeuert.

Der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrsky wiederum erklärte am Montag, dass die Offensive in Kursk „die meisten ihrer Ziele erreicht“ habe. Kiew hatte gehofft, die besetzten Gebiete als Druckmittel in den Gesprächen über eine Waffenruhe mit Moskau verwenden zu können. Syrsky hob hervor, dass die Ukraine mit ihrem Vorstoß in Kursk ihre militärische Stärke unter Beweis gestellt und Russland daran gehindert habe, an anderen Stellen der Front Offensiven zu starten.

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