Russland

Kurz nach der Entlassung: Russlands Ex-Verkehrsminister Starowoit tot gefunden

Nur einen Tag nach seiner Entlassung durch Präsident Putin ist Russlands Ex-Verkehrsminister Roman Starowoit tot aufgefunden worden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen.

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Russlands ehemaliger Verkehrsminister Roman Starowoit wurde tot aufgefunden.

Russlands ehemaliger Verkehrsminister Roman Starowoit wurde tot aufgefunden.

© Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Der ehemalige russische Verkehrsminister Roman Starowoit ist tot. Wie das zentrale Ermittlungskomitee in Moskau mitteilte, wurde der 53-Jährige mit einer Schusswunde in einem Auto im Moskauer Umland entdeckt. Die Ermittler gehen derzeit von einem Suizid aus. „Die genauen Umstände werden untersucht“, erklärte Behörden-Sprecherin Swetlana Petrenko am Dienstag. Auch russische Medien berichteten, Starowoit habe sich an seinem Wohnort in Odinzowo erschossen.

Wladimir Putin feuert Roman Starowoit

Erst am Montag hatte der Kreml seine Entlassung offiziell bekannt gegeben – keine 14 Monate nach seiner Ernennung. Ein Grund wurde nicht genannt. Der frühere Gouverneur der Region Kursk war im Mai 2024 zum Verkehrsminister befördert worden. Zum kommissarischen Amtsnachfolger ernannte Präsident Wladimir Putin seinen bisherigen Stellvertreter Andrej Nikitin.

Was Starowoit zu dem mutmaßlichen Suizid getrieben haben könnte, ist unklar. Russische Medien spekulieren über mögliche politische Belastungen: So könnten ihm Versäumnisse während seiner Zeit als Gouverneur vorgeworfen worden sein – insbesondere im Zusammenhang mit ukrainischen Angriffen auf das Gebiet Kursk im Sommer 2024, bei denen Dutzende Ortschaften kurzzeitig von ukrainischen Truppen eingenommen worden waren.

Starowoit gehörte der Kremlpartei „Einiges Russland“ an und galt als loyaler Funktionär im Machtapparat.

Russland: Auffällige Serie mysteriöser Todesfälle

Starowoit ist nicht der erste hochrangige russische Funktionär, der unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt. Erst vor wenigen Tagen war Andrej Badalow, Vizepräsident des staatlichen Pipelinekonzerns Transneft, laut russischen Medien nach einem Sturz aus dem Fenster seines Hauses am Rublevskoye-Chaussee in Moskau tot aufgefunden worden. Die Ermittlungen laufen. Auch seine Ehefrau musste medizinisch versorgt werden.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mehren sich auffällige Todesfälle in der russischen Führungselite – häufig mit dem gemeinsamen Motiv: Sturz aus großer Höhe. Im Oktober 2024 starb Michail Rogachev, Ex-Vizepräsident des früheren Ölkonzerns Yukos, angeblich bei einem Fenstersturz.

Die Ökonomin Valentina Bondarenko kam im Juli 2024 unter ähnlichen Umständen ums Leben. Im Februar 2023 wurde Marina Jankina, Finanzchefin im russischen Verteidigungsministerium, in St. Petersburg tot unter einem Fenster gefunden. Wenige Tage zuvor war Generalmajor Wladimir Makarow ebenfalls verstorben – kurz nach seiner Entlassung.

Einer der bekanntesten Fälle: Ravil Maganov, Vorstandschef des Energiekonzerns Lukoil, stürzte im September 2022 aus einem Fenster des Moskauer Zentralkrankenhauses – auch bekannt als Kreml-Klinik. In weiteren Fällen fanden Ermittler ebenfalls keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Die wiederholten Todesfälle von Funktionären, Energiemanagern und Staatsbediensteten sorgen jedoch regelmäßig für Spekulationen – zumal viele von ihnen kurz zuvor aus dem Amt entlassen oder öffentlich unter Druck geraten waren.

Hilfe-Nummern

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist bei der Telefonseelsorge möglich.

Berliner Krisendienst: Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg: 030 390 63 – 10, Charlottenburg-Wilmersdorf: 030 390 63 – 20, Spandau: 030 390 63 – 30, Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee: 030 390 63 – 40, Reinickendorf: 030 390 63 – 50, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg: 030 390 63 – 60, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf: 030 390 63 – 70, Treptow-Köpenick: 030 390 63 – 80, Neukölln: 030 390 63 – 90

Kinder- und Jugendtelefon:
Das Angebot des Vereins Nummer gegen Kummer richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams Jugendliche beraten Jugendliche die Gespräche an.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch Türkisch.

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischen, regionalen, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de.
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