Militär

Frühwarnflugzeuge: Kanada setzt auf schwedische Technologie statt US-Anbieter

Kanada will mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab über den Kauf von Frühwarn- und Kontrollflugzeugen verhandeln. Damit entschied sich das Land gegen zwei US-Unternehmen.

2 Min
Ein Frühwarnflugzeug des Typs Saab GlobalEye in den Farben der Vereinigten Arabischen Emirate auf der Pariser Luftfahrtschau 2025.

Ein Frühwarnflugzeug des Typs Saab GlobalEye in den Farben der Vereinigten Arabischen Emirate auf der Pariser Luftfahrtschau 2025.

© ABACAPRESS/imago

Kanada hat Verhandlungen mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab über die Beschaffung von Frühwarn- und Kontrollflugzeugen aufgenommen, teilte Premierminister Mark Carney laut der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch mit. Das Flugzeug mit dem als GlobalEye bekannten System basiert auf der in Kanada hergestellten Bombardier Global 6500.

„Saabs GlobalEye wird eine zentrale Ressource für die kanadischen Streitkräfte sein, um Bedrohungen in der gesamten Arktis zu erkennen und abzuschrecken“, so Carney dem Bericht zufolge. Die kanadische Regierung hatte laut AP zuvor erklärt, an der Beschaffung von sechs Radarflugzeugen interessiert zu sein.

Kanada entscheidet sich nicht für US-Modelle

Die Saab-Flugzeuge sind laut AP mit leistungsstarken Radarsystemen ausgestattet und können Lagebilder über Flugzeug- und Raketenbewegungen in einem Umkreis von Hunderten von Kilometern liefern. Somit sind sie in der Lage, feindliche Aktivitäten in der Luft oder von Schiffen aus zu erkennen und Kampfflugzeuge zu ihren Zielen zu lenken.

Zur Wahl standen laut AP auch die E-7A Wedgetail des US-Flugzeugherstellers Boeing sowie die Aeris X des US-Rüstungsunternehmens L3Harris. Die Boeing-Maschine ist nach Angaben von Reuters von Verzögerungen und Kostensteigerungen betroffen. Die Nato ziehe ebenfalls eine Beschaffung des Saab-Modells in Betracht, berichtete AP.

US-Kampfjet-Deal auf dem Prüfstand

Carney hatte zuvor angekündigt, dass künftig nicht mehr als 70 Cent jedes für militärische Investitionen ausgegebenen kanadischen Dollars in die USA fließen sollen, wie AP berichtet. Er sagte weiter, dass das geplante Flugzeugmodell zu 20 Prozent aus US-amerikanischen Komponenten bestehe. Im vergangenen Jahr trat Kanada einem größeren Verteidigungsfonds der Europäischen Union bei.

Auch der vorgesehene Kauf von 88 F-35-Kampfjets des US-Herstellers Lockheed Martin steht laut Reuters auf dem Prüfstand. Carney hatte demnach das Militär beauftragt zu untersuchen, ob ein Teil der Bestellung bei einem anderen Hersteller geordert werden könne, nachdem die USA im vergangenen Jahr Zölle auf einige kanadische Importe erhoben hatte. Die Regierung hat dem Bericht zufolge noch keine Entscheidung getroffen. Saab schlägt laut AP seinen Gripen-Kampfjet vor und stellte eine Endmontage in Kanada in Aussicht.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema