Armut

Sachverständigenrat: Arme und Zugewanderte leben in Deutschland zunehmend isoliert

Die soziale Spaltung in deutschen Städten nimmt zu. Besonders Zugewanderte konzentrieren sich in benachteiligten Vierteln – mit Folgen für die Integrationschancen.

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Nach einer neuen Analyse eines Fachgremiums leben arme Menschen in Deutschland immer häufiger unter sich.

Nach einer neuen Analyse eines Fachgremiums leben arme Menschen in Deutschland immer häufiger unter sich.

© Sabine Gudath

In deutschen Städten und Kommunen leben einkommensschwache Menschen zunehmend unter sich. Das geht aus dem aktuellen Jahresgutachten des Sachverständigenrats für Integration und Migration hervor. Die soziale räumliche Trennung habe in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen, heißt es in der Analyse des Fachgremiums.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Zuwanderung: Neuzugewanderte seien im Durchschnitt ökonomisch schlechter gestellt und ließen sich daher verstärkt in ärmeren Stadtteilen oder Kommunen nieder. Die Folge sei eine räumliche Überlagerung von Armut und Migration.

Bei der Vorstellung des Gutachtens betonten die Sachverständigen, dass von Zuwanderung geprägte Quartiere nicht grundsätzlich ein Problem darstellten. Sie könnten vielmehr gute Bedingungen für das Ankommen und die soziale Teilhabe bieten und seien „nicht per se integrationshemmend“.

Es droht eine Abwärtsspirale

Problematisch werde es jedoch, wenn sich Zuwanderung und Armut in denselben Vierteln ballen. Eine solche Konzentration beeinträchtige die Chancen der dort lebenden Menschen und könne im ungünstigsten Fall eine Abwärtsspirale in Gang setzen, erklärt das Gremium.

Der Sachverständigenrat fordert daher eine aktive politische Gestaltung dieser Quartiere. Notwendig seien eine funktionierende Verwaltung, gut ausgestattete Kitas und Schulen sowie ausreichende Gesundheits- und Freizeiteinrichtungen. Auch der soziale Wohnungsbau müsse gestärkt werden, um den Trennungstendenzen entgegenzuwirken.

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