Sarkozy will in Frankreich die Protestlaune mildern

Der Präsident verteilt Geschenke

BLZ
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PARIS. Die Macht der Straße hat in Frankreich, dem Mutterland der Revolution, eine lange Tradition. Im Januar gab es im ganzen Land Proteste gegen den Kurs, mit dem Präsident Nicolas Sarkozy die Folgen der Wirtschaftskrise bekämpfen will. Nun rumort es, nicht im Kernland, aber auf der französischen Insel Gouadeloupe. Die Franzosen können das abends im TV sehen: brennende Autos, eingeworfene Scheiben. Jetzt eskalierte der Streit. Gestern wurde ein Gewerkschafter erschossen, Polizisten wurden verletzt. Die Lebenshaltungskosten sind gestiegen, die Demonstranten in der fernen Karibik fordern einen höheren Mindestlohn.2,5 Milliarden Euro für FamilienSarkozy hat die Botschaft verstanden. Gestern traf er sich am Mittag mit Gewerkschaftern, am Abend kündigte er im Fernsehen ein 2,5-Milliarden-Euro-Programm für Familien und sozial Schwache an. Es umfasst Steuererleichterungen und Hilfen für Kurzarbeiter. Arbeitslose sollen eine Einmalzahlung von 500 Euro erhalten, wenn sie zuletzt nur kurzzeitig beschäftigt waren und nicht von der Arbeitslosenversicherung profitieren. "Wir werden aus der Krise herauskommen, indem wir Frankreich modernisieren", versprach Sarkozy.CFDT-Gewerkschaftschef Francois Chérèque sagte, die angekündigten Maßnahmen seien unzureichend. Der Chef der größten Gewerkschaft CGT, Bertrand Thibault, kündigte an, die Arbeitnehmervertreter seien bereit, ihren Druck weiter zu erhöhen. Sarkozy verteilt soziale Geschenke. Aber ihm drohen unruhige Zeiten. (BLZ)

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