Iran-Krieg

Satellitenbilder aus dem Nahen Osten: Planet Labs schränkt Veröffentlichung ein

Das Unternehmen Planet Labs beschränkt die Veröffentlichung aktueller Satellitenbilder aus dem Nahen Osten. Die US-Regierung soll eine entsprechende Forderung geäußert haben.

2 Min
Ein Satellitenbild von Planet Labs PBC vom 16.03.2026, welches am 31.03.2026 via AP zur Verfügung gestellt wurde, zeigt Schäden nach einem iranischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan in Saudi-Arabien.

Ein Satellitenbild von Planet Labs PBC vom 16.03.2026, welches am 31.03.2026 via AP zur Verfügung gestellt wurde, zeigt Schäden nach einem iranischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan in Saudi-Arabien.

© -/Planet Labs PBC/AP/dpa

Das in Kalifornien ansässige Satellitenunternehmen Planet Labs will die Veröffentlichung aktueller Aufnahmen aus dem Nahen Osten bis auf Weiteres weitgehend einschränken. Dies berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf eine E-Mail, die das Unternehmen an Kunden verschickte.

Die Maßnahme gilt laut Planet Labs für Aufnahmen ab dem 9. März und erstreckt sich auf den Iran sowie die Konfliktzone im Nahen Osten, wie Reuters berichtete. Planet Labs erwartet nach eigenen Angaben, dass die Einschränkung bis zum Ende des Konflikts bestehen bleibt.

In der Mitteilung hieß es dem Bericht zufolge, die US-Regierung habe alle Anbieter von Satellitenbildern aufgefordert, Aufnahmen aus der Konfliktregion auf unbestimmte Zeit zurückzuhalten.

Planet Labs will auf „kontrollierte Verteilung“ umstellen

Die Einschränkungen betreffen auch Journalisten und Wissenschaftler, die auf kommerzielle Satellitenbilder angewiesen sind, um Entwicklungen in schwer zugänglichen Gebieten zu dokumentieren.

Planet Labs teilte seinen Kunden per E-Mail mit, man werde auf eine „kontrollierte Verteilung“ umstellen. Bilder würden künftig nur noch im Einzelfall freigegeben, etwa wenn ein öffentliches Interesse bestehe. „Dies sind außergewöhnliche Umstände, und wir tun alles, um die Bedürfnisse all unserer Stakeholder in Einklang zu bringen“, schrieb das Unternehmen laut Reuters.

Bisherige Regelung erweitert

Die Maßnahme geht deutlich über eine bisherige Regelung hinaus: Bereits Anfang März hatte Planet Labs eine 14-tägige Verzögerung bei der Veröffentlichung von Satellitenbildern aus der Region eingeführt. Damals begründete das Unternehmen den Schritt damit, verhindern zu wollen, dass Gegner der USA die Aufnahmen für Angriffe nutzen könnten.

Ein Sprecher des Unternehmens Vantor, ebenfalls ein führender Anbieter hochauflösender Satellitenbilder, erklärte gegenüber Reuters, das Unternehmen sei nicht direkt von der US-Regierung kontaktiert worden. Vantor behalte sich jedoch seit Jahren das Recht vor, in Zeiten geopolitischer Konflikte verschärfte Zugangskontrollen einzuführen.

Das US-Verteidigungsministerium wollte sich auf Anfrage von Reuters nicht äußern und verwies darauf, nachrichtendienstliche Angelegenheiten nicht zu kommentieren. Auch Planet Labs reagierte laut Reuters nicht auf weitergehende Nachfragen.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema