Der staatliche saudische Ölkonzern Saudi Aramco hat im ersten Quartal 2026 trotz des Iran-Kriegs nach eigenen Angaben deutlich mehr Gewinn erzielt. Der bereinigte Quartalsnettogewinn lag bei 33,6 Milliarden US-Dollar und damit 25 Prozent über dem Vorjahreswert, wie Reuters berichtet. Der Umsatz legte um knapp sieben Prozent auf 115,49 Milliarden Dollar zu.
Gestiegene Preise von Rohöl und Raffinerieprodukten trugen laut Bloomberg zu dem Anstieg bei. Zudem habe Aramco im Vergleich zum Vorjahr höhere Absatzmengen an Rohöl, raffinierten Kraftstoffen und chemischen Produkten erzielt, erklärte das Unternehmen dem Bericht zufolge.
Ölexport trotz Hormus-Blockade durch Ost-West-Pipeline
Saudi Aramco exportiert laut Financial Times normalerweise einen Großteil seines Öls über den Persischen Golf. Aufgrund des Iran-Kriegs ist die Straße von Hormus jedoch weitgehend blockiert, sodass für Saudi Arabien eine Pipeline an Bedeutung gewonnen hat, die zum Hafen Yanbu am Roten Meer führt und die Meerenge umgeht.
„Unsere Ost-West-Pipeline, die ihre maximale Kapazität von 7 Millionen Barrel Öl pro Tag erreicht hat, hat sich als entscheidende Versorgungsader erwiesen“, erklärte Aramco-CEO Amin Nasser dem Bericht zufolge. Über die Pipeline können Raffinerien an Saudi-Arabiens Westküste mit rund zwei Millionen Barrel Öl täglich versorgt werden, berichtet Reuters. Fünf Millionen Barrel blieben demnach für einen potenziellen Export übrig.
CEO warnt vor langfristiger Störung der Ölmärkte
Tanker-Tracking-Daten zeigten laut Bloomberg, dass die beobachtbaren Exporte über das Rote Meer im März bei durchschnittlich rund 3,6 Millionen Barrel pro Tag lagen. Im April sei dieser Wert auf knapp vier Millionen Barrel pro Tag angestiegen. Die über Yanbu abgesetzten Mengen liegen laut Bloomberg dennoch unter dem Vorkriegsniveau.
Zudem sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Bloomberg, dass Aramco zu den Unternehmen gehöre, die in den vergangenen Tagen Rohöllieferungen durch die Straße von Hormus geschickt haben. Dabei seien die Transponder der Schiffe größtenteils ausgeschaltet gewesen.
Aramco-CEO Nasser warnte dem Bericht zufolge vor einer langfristigen Störung der Ölmärkte, sollte die Straße von Hormus weiterhin geschlossen bleiben. Werde die Meerenge sofort wieder geöffnet, werde es „einige Monate“ dauern, bis sich der Ölmarkt wieder stabilisiere. Bei einer längeren Blockade „gehen wir davon aus, dass die Versorgungsengpässe anhalten und sich der Markt erst 2027 normalisieren wird“, so Nasser.
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