Vom Aufguss kommen und direkt in den See springen – für viele Saunafans geht es nicht besser. Denn die Abkühlung im Wasser und die Bewegung durchs Schwimmen tun nach einem heißen Saunagang richtig gut.
Möglich ist das nicht überall; vor allem in Berliner Saunen muss man sich mit Eisbecken oder Pools begnügen, was natürlich nicht schlimm ist, aber eben auch kein Vergleich zu einem echten See. Falls Sie also Lust auf Erholung und Natur haben, müssen Sie schon eine kleine Tour auf sich nehmen und ins Brandenburgische fahren.
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Wir haben drei Thermen für Sie herausgesucht, die Sie im Normalfall binnen einer Stunde mit dem Auto erreichen, je nach Wohnort auch schneller. Alle drei Anlagen haben Solewasser, sind folglich als echte Thermen qualifiziert, und bieten außerdem beheizte Außenpools sowie Spa-Anwendungen (z.B. Massagen, Peeling-Zeremonien).
Südöstlich von Berlin: Die Satama-Therme am Scharmützelsee
Der Scharmützelsee bei Bad Saarow (Oder-Spree) ist ein lang gezogener, idyllisch gelegener See, der auch ein klassisches Freibad mit Sandstrand und Strandkörben bietet. Gäste der Saarow-Therme gucken sehnsüchtig Richtung Scharmützelsee – aber einen Zugang gibt es nicht.
Anders beim Satama-Resort, das sich selbst als „Berlins und Brandenburgs schönster Saunapark“ bezeichnet. Darüber kann man vielleicht streiten, aber Tatsache ist: Der unmittelbare Zugang zum See macht die Therme zu etwas Besonderem.
Birken rascheln, es gibt Hängematten, das Gras ist sehr gepflegt. Insgesamt neun Saunen und Dampfbäder gibt es, eine davon ist sogar 120 Grad heiß und sehr trocken. Highlight für viele Gäste sind die Show-Aufgüsse im sogenannten Satama-Theater. Das ist eine sehr große, einem Amphitheater ähnliche 85-Grad-Sauna mit vier Sitzebenen, die bis zu 160 Menschen Platz bietet.
Die Aufgüsse hier sind ein spezielles Erlebnis: Lichter, Musik, Tanz, Emotionen – und von allem reichlich. Satama nennt das „Well-Tainment“, eine Mischung aus Wellness und Entertainment, also Erholung und Unterhaltung. Mal ist man gerührt, mal muss man lachen.
Wer es ruhiger mag, zieht sich in eine der anderen Saunen zurück, die während der stets gut besuchten Show-Aufgüsse angenehm leer sind. Zum See muss man ein paar Schritte laufen. Es gibt – theoretisch – ausreichend Liegen und Ruhemöglichkeiten, die jedoch teilweise von Handtüchern belegt werden. Werden diese dann irgendwann weggeräumt, damit andere Gäste sich ausruhen können, hagelt es sofort schlechte Rezensionen im Internet. Trotzdem kann die Satama-Therme sich über 4,4 von 5 möglichen Sternen bei Google freuen (mehr als 2400 Bewertungen).
Satama Sauna Resort & Spa, Strandstraße 12, 15864 Wendisch Rietz. Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 23 Uhr. Eintritt: Wochentags 45,90 Euro, samstags und feiertags 53, 90 Euro, sonntags 51,90 Euro. Zudem gibt es verschiedene Aktions-Tarife (z.B. After-Work) und Zusatzangebote (Brunch, Übernachtung etc.).
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Westlich von Berlin: Die Havel-Therme bei Werder
Ganz viel leben und leben lassen: Die Havel-Therme am Großen Zernsee ist eine bunte berlin-brandenburgische Mischung aus feinen Waffelstoff-Bademänteln, Batik-Handtüchern und Check24-Werbepräsenten. In den Saunen wird auch mal getuschelt, für Aufgüsse gern zusammengerückt, das Personal ist zuvorkommend und freundlich.
Bei den Show-Aufgüssen in der Alhambra-Sauna (80 Grad, bis zu 150 Plätze) schöpft der Saunameister aus dem Vollen – im wahrsten Sinne des Wortes. Eimerweise wird das Wasser auf den riesigen Ofen gekippt, um dann nach allen Regeln der Kunst die Handtücher durch die Luft zu wirbeln, durch kleine Handgelenksbewegungen fast segeln zu lassen.
Zu Ostern wurde beim Aufguss Goethes „Osterspaziergang“ abgespielt, unterbrochen von sanften Pop-Instrumentals. Neben diesen eher lauten Spektakeln gibt es auch ruhige Aufgüsse, wo man sich aufs Zischen des verdampfenden Wassers konzentrieren kann. Am besten gelingt das auf dem erst unlängst eröffneten Sauna-Schiff.
Über einen langen Steg gelangt man zu einer Art Hausboot mit Sonnendeck und einer großzügigen Sauna mit Panoramafenstern. Man blickt auf den See, das Ufer mit vielen Bäumen und einigen Booten, beobachtet Stockenten, hört die Frösche quaken und genießt die leichte Brise.
Allerdings muss man für dieses Extra-Feeling auch extra zahlen: Fünf Euro werden (einmalig) aufgebucht, wenn man das Drehkreuz zum Saunaschiff passiert. Dafür ist es dort dann auch ziemlich leer und entsprechend ruhig.
Seezugang hat man aber nicht nur vom Saunaschiff aus, denn das Wasser ist für alle Saunagäste vom Steg aus erreichbar, jedoch abgegrenzt, sodass lediglich all jene wirklich rausschwimmen können, die bereit sind, die Zusatzgebühr zu bezahlen.
Tipp: Gehen Sie in den Räucheraufguss in der Olivensauna. So etwas erlebt man mit Sicherheit nicht alle Tage: Der warme Duft der Tonkabohne oder das leicht herbe Aroma des Weihrauchs – eine olfaktorische Reise, die sehr zufrieden macht.
Zur Therme gehört auch noch ein Sport- und Spaßbad, was vor allem für Familien interessant ist. Tolle Rutschen, Springen vom Dreimeterturm, Bahnen ziehen. Es gibt auch Textilsaunen und sogar ein 40 Grad warmes Solebecken.
Havel-Therme, Zum Großen Zernsee 15, 14542 Werder. Öffnungszeiten: Therme und Sauna, donnerstags bis sonntags von 9 bis 24 Uhr, freitags und samstags bis 1 Uhr; Sport- und Familienbad täglich bis 21 Uhr. Eintritt: ab 32,50 Euro (zwei Stunden, unter der Woche, für Sauna, Therme und Bad), Tageskarte ab 42,50 Euro.
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Nördlich von Berlin: Die Fontane-Therme in Neuruppin
Elegant schmiegt sich die Fontane-Therme an das mit Schilf bestandene Ufer des Ruppiner Sees. Vom gut beheizten Schwebebecken (zertifizierte Naturheilsole) im ersten Stock kann man entweder in den Himmel gucken oder die herrliche Aussicht aufs Wasser genießen. Der Blick geht dann auch Richtung Seesauna, die größte ihrer Art in Deutschland. Bis mittags ist es dort 60 Grad warm (Bio-Sauna), danach heizt es sich hoch auf 80 bis 90 Grad (Finnische Sauna).
In der Sauna gibt es Schaukelliegen; die Panorama-Fensterfront zum See ist bodentief. Und der Weg zum Wasser ist denkbar kurz – wer mag, kann sogar zu einem nahen Ponton schwimmen und in der Sonne lufttrocknen. Sowohl drinnen als auch draußen stehen Liegen zum Entspannen bereit; es gibt Daybeds und Hängesessel, sogar ein Fitnessstudio und eine Eisgrotte. Insgesamt finden Sie in der Fontane-Therme fünf Saunen (davon eine Familiensauna) und zwei Dampfbäder sowie vier Pools.
Die Aufgüsse sind immer gut besucht, aber sehr ruhig. Man schwitzt und schweigt. Besonders beliebt sind die Peeling-Aufgüsse, bei denen zuerst zwei Runden in der Finnischen Sauna gewedelt wird und danach ein aromatisiertes Salz in der großen Dampfsauna gereicht wird.
Gleichermaßen angenehm wie nervig ist die Tatsache, dass immer nur eine bestimmte Anzahl an Gästen eingelassen wird (Übernachtungs- und Tagesgäste). Das hat den Vorteil, dass es nie überfüllt ist, aber eben auch den Nachteil, dass man manchmal keine Tickets mehr bekommt. Insofern lohnt es sich, rechtzeitig zu buchen.
Der happige Eintrittspreis relativiert sich angesichts der Tatsache, dass man den halben Tag lang im Bistro essen und trinken kann, ohne extra zu bezahlen. Denn wenn man in anderen Thermen essen geht und sich nichts mitgebracht hat (was vielfach ohnehin nicht erlaubt ist), kommt man preislich aufs Gleiche raus.
Fontane-Therme, An der Seepromenade 20 16816 Neuruppin. Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 22 Uhr. Eintritt: Day Spa Premium Ticket (8 bis 22 Uhr) 135 Euro pro Person (12-22 Uhr, 95 Euro; jeweils inkl. Bistro von 13 bis 19 Uhr).
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