USA

Scharf kritisiertes Abschiebelager „Alligator Alcatraz“ in Florida wird dichtgemacht

Mitten in einem Sumpfgebiet voller Alligatoren ließ Floridas Gouverneur Ron DeSantis ein Abschiebelager errichten. Nach massiver Kritik an den Haftbedingungen ist nun Schluss.

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Der Gouverneur von Florida Ron DeSantis ließ in seinem Bundesstaat das Abschiebelager für Migranten erbauen.

Der Gouverneur von Florida Ron DeSantis ließ in seinem Bundesstaat das Abschiebelager für Migranten erbauen.

© Al Diaz/imago

Der Bundesstaat Florida wird das viel kritisierte Abschiebezentrum „Alligator Alcatraz“ Anfang Juni schließen. Das berichten die New York Times unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Dienstleister der Einrichtung seien am Dienstagnachmittag informiert worden, dass die Insassen bis Anfang Juni verlegt und das Lager in den darauffolgenden Wochen abgebaut werde.

Laut New York Times hat der Bau der Einrichtung rund 250 Millionen US-Dollar gekostet. Sie liegt rund 60 Kilometer westlich von Miami auf der Landebahn des Dade-Collier Training and Transition Airport, mitten in einem subtropischen Feuchtgebiet, in dem Alligatoren, Krokodile und Pythons leben. Diese Kulisse hatte das Weiße Haus laut der Nachrichtenagentur Reuters gezielt zur Inszenierung seiner Abschiebepolitik genutzt.

Das Lager wurde im vergangenen Sommer in kurzer Zeit errichtet und stieß sofort auf Widerstand demokratischer Abgeordneter, von Migrantenrechtsgruppen, Umweltschützern sowie indigenen Gruppen, deren Gebiete an das Areal grenzen, wie CNN berichtet. Demokratische Politiker schilderten nach einem Besuch im Sommer hunderte Migranten in Käfigen, drückende Hitze, Insektenbefall und karge Mahlzeiten. Die US-Einwanderungsbehörde ICE verteidigte die Einrichtung laut CNN als besser ausgestattet als viele US-Gefängnisse.

Aktivisten kritisieren unzumutbare Zustände

Reuters zufolge hielt ICE zwischen Oktober 2025 und Anfang April im Schnitt rund 1400 Personen in der Einrichtung fest. Aktivisten kritisierten laut der Agentur, dass durchgehend grelles Licht brenne, Medikamente verweigert würden und die abgelegene Lage den Zugang zu Anwälten erschwere. Ein Gericht ordnete kürzlich an, dass Inhaftierte besseren Zugang zu ihren Anwälten sowie unbeobachtete Telefonate erhalten müssen, wie CNN berichtet.

Gouverneur Ron DeSantis hatte vergangene Woche laut CNN Gespräche mit der Trump-Regierung über eine Schließung bestätigt und betont, das Lager sei stets als vorübergehende Lösung gedacht gewesen. „Wenn wir morgen das Licht ausmachen, können wir sagen, dass es seinen Zweck erfüllt hat“, so DeSantis. Sein Büro verwies CNN an die Katastrophenschutzbehörde Floridas. Diese erklärte, der Bundesstaat werde sich darauf einstellen, falls das Heimatschutzministerium DHS andere Pläne verfolge.

Das DHS wies gegenüber CNN und Reuters Berichte zurück, wonach es Florida zur Schließung dränge. Florida bleibe ein wertvoller Partner bei der Umsetzung von Trumps Migrationsagenda. Wohin die Inhaftierten gebracht werden, ist laut CNN noch unklar; DeSantis deutete an, dass sie möglicherweise in DHS-Einrichtungen verlegt werden.

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