Für 230 Mitarbeiter des traditionsreichen Industrie-Standortes Krone in Berlin-Zehlendorf werden in diesem Jahr die Weihnachtstage wahrlich kein frohes Fest werden: Der Eigentümer, der amerikanisch-schweizerisch Konzern TE Connectivity, rückt von seinen Schließungsplänen für den Telekommunikationsausrüster nicht ab. Noch vor Weihnachten will der Mischkonzern die verbliebenen Mitarbeiter allesamt entlassen. Der Standort soll geschlossen und die Produktion nach Tschechien verlegt werden. Dagegen wehrten sich die Beschäftigten am Mittwoch mit einer Demonstration am Standort.
Die Gewerkschaft IG Metall nannte es skandalös, dass das Unternehmen „für die Steigerung seiner maßlosen Profitinteressen“ die Existenzgrundlagen von den Mitarbeitern und deren Familien zerstören will. Betriebsrat, Beschäftigte und die IG Metall würden es „nicht hinnehmen, dass ein internationaler Konzern kaltschnäuzig den Standort schließen will“, sagte Klaus Abel, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. Auch 25 Menschen mit Behinderung, die am Standort Beeskowdamm im Rahmen einer ausgelagerten Werkstatt der Berliner Behindertenwerkstätten (BWB) viele Jahre beschäftigt waren, sollen ihren Arbeitsplatz verlieren.
Früherer Eigentümer sagt ab
Die Mitarbeiter des Unternehmens mit einer wechselvollen Geschichte sind überzeigt, dass es Alternativen zur Schließung gibt. Michael Wojtkowiak, Betriebsratsvorsitzender von TE Connectivity am Standort Beeskowdamm, forderte vom TE-Konzern „eine umfassende Information, welche Möglichkeiten bestehen, um den Standort zu erhalten“. Die Arbeitnehmervertreter argumentieren, dass eine gesunkene Auslastung kein ausreichender Grund sei, den Standort zu schließen. Es gebe vergleichbare Produktionsstätten an anderen Standorten von TE Connectivity, die ihren hohen Auftragsbestand nicht bewältigen und Arbeit nach Berlin abgeben könnten. Aber dies lehne das Unternehmen ab.
Zerschlagen haben sich nach Aussagen des Betriebsrates auch Überlegungen, dass der frühere Eigentümer Klaus Krone den Standort übernimmt. Krone habe abgesagt, hieß es in einer Betriebsrats-Information. Krone hatte 1997 das Unternehmen verkauft, das zuvor schon einmal durch einen Grundstücksdeal mit dem Berliner Senat aus enormen Schwierigkeiten gerettet wurde.
Spätere Wechsel des Eigentümers führten immer wieder zu neuen Umstrukturierungen und zu Personalabbau. In seinen besten Jahren beschäftigte das Unternehmen mehr als 1 000 Mitarbeiter in Berlin, über die gesamte Welt verteilt rund 3 000.
Schließt Krone, endet ein Stück Berliner Industriegeschichte: Krone war 1936 gegründet worden. Damit erhalten die Bemühungen des Senats, der Gewerkschaft und der IHK, bestehende Industrie-Standorte zu erhalten und wieder mehr Firmen anzusiedeln, einen Dämpfer.
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