In den frühen Morgenstunden am Dienstag sind Schüsse auf das US-Konsulat im Zentrum von Toronto abgefeuert worden. Wie die Polizei von Toronto auf der Plattform X mitteilte, gingen gegen 5.29 Uhr Ortszeit (10.29 Uhr MEZ) Meldungen über Schüsse auf das Gebäude ein. Vor Ort fanden die Beamten Spuren eines Schusswaffengebrauchs. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand.
Fernsehbilder zeigten laut der New York Times mindestens zwei Einschussspuren an einer Glastür des Haupteingangs. Das Konsulat befindet sich an der University Avenue, einem breiten Boulevard in der Nähe des Rathauses, der zum Parlamentsgebäude der Provinz Ontario führt. Die Straße wurde im Bereich vor dem Gebäude gesperrt, Beamte einer Forensik-Einheit fotografierten die weitgehend aus Stein bestehende Fassade, an der mehrere Überwachungskameras angebracht sind.
Einen Verdächtigen konnte die Polizei zunächst nicht identifizieren. Auch zu einem möglichen Motiv machten die Ermittler keine Angaben, wie Reuters berichtete. Weder das US-Konsulat in Toronto noch das US-Außenministerium reagierten dem Bericht zufolge unmittelbar auf Anfragen.
Vorfall reiht sich in Serie von Schussattacken ein
Der Vorfall ereignet sich in einem angespannten Sicherheitsumfeld. Wie die BBC berichtet, wurden seit Beginn der amerikanisch-israelischen Militäroperation gegen den Iran am 28. Februar mehrere Gebäude in Toronto beschossen. Allein in der vergangenen Woche wurden drei jüdische Synagogen in der Stadt mit Schüssen getroffen. Auch ein Boxstudio, das einem iranisch-kanadischen Kritiker der iranischen Regierung gehört, wurde am vergangenen Montag beschossen.
Das US-Konsulat in Toronto ist laut der New York Times regelmäßig Schauplatz von Protesten gegen die Vereinigten Staaten. Erst am vergangenen Wochenende fand dort eine Demonstration gegen den amerikanischen und israelischen Angriff auf den Iran statt.
Der Vorfall in Toronto folgt nur wenige Tage nach einer Explosion vor der US-Botschaft in Oslo am Sonntag. Norwegische Ermittler suchen dort nach einem Verdächtigen, der einen selbstgebauten Sprengsatz platziert haben soll – möglicherweise ein terroristisch motivierter Akt. Die norwegische Polizei prüft einen Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt und hat Bilder einer verdächtigen Person veröffentlicht. Die Explosion in Oslo verursachte laut BBC nur geringfügige Schäden am Gebäude und führte ebenfalls zu keinen Verletzungen. Auch das US-Außenministerium untersucht den Vorfall in Oslo.
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