Bundesliga

Schützenhilfe für Union: Hoffenheim bringt in der Nachspielzeit Köln um den Sieg

Der 1. FC Köln ist im Abstiegskampf einem Dreipunkte-Erfolg ganz nahe, doch dann trifft Andrej Kramaric für die TSG.

dpa
3 Min
Kölns Coach Timo Schultz versucht in Hoffenheim Einfluss auf das Spiel zu nehmen.

Kölns Coach Timo Schultz versucht in Hoffenheim Einfluss auf das Spiel zu nehmen.

© Foto2Press/Imago

Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ist der 1. FC Köln bei der TSG 1899 Hoffenheim am Sonntagabend nicht über ein 1:1 (0:0) hinausgekommen. Vor 23.020 Zuschauern brachte Max Finkgräfe (79. Minute) die Kölner mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung, Andrej Kramaric (90.+4) glich spät für die Gastgeber aus.

Eine Woche nach dem 2:0 gegen Eintracht Frankfurt verpassten es die Domstädter, im Tabellenkeller den Abstand auf den FSV Mainz 05 (1:3 beim VfB Stuttgart) und den SV Darmstadt 98 auszubauen und liegen auf dem Relegationsplatz fünf Punkte hinter dem 1. FC Union Berlin.

Proteste gegen Investoreneinstieg

Bei den harmlosen Hoffenheimern konnte Matarazzo auch zu seinem einjährigen Dienstjubiläum im Kraichgau nicht für die Wende sorgen. Von den letzten zwölf Spielen gewann die TSG nur eines - und hinkt Ansprüchen und Form weiter hinterher.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel hatte es auch im Sinsheimer Stadion Proteste gegen den geplanten Investoreneinstieg bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gegeben. Aus der Kölner Kurve flogen Äpfel auf den Rasen. Auch ein Plakat wahrscheinlich mit dem Konterfei von TSG-Mäzen Dietmar Hopp als Karikatur im Fadenkreuz zeigten die Gäste-Fans. Schiedsrichter Christian Dingert unterbrach die Partie für einige Minuten.

Die vielen mitgereisten lautstarken Kölner Fans verwandelten die Arena zeitweise in ein Heimspiel für ihren FC. Bei den Gästen, die ohne die verletzen Offensivkräfte Davie Selke, Mark Uth und Luca Waldschmidt antreten mussten, spielte Luca Kilian in der Innenverteidigung für den erkrankten Timo Hübers.

Bei der TSG agierte Abwehrchef Florian Grillitsch schon von hinten heraus als Ballverteiler im Spielaufbau, im vorderen Drittel aber haperte es zunächst. Ihlas Bebou verzog nach einer knappen Viertelstunde aus vielversprechender Position. Torjäger Andrej Kramaric saß überraschend erst mal auf der Bank.

Finkgräfe narrt Keeper Baumann

Mit energischer Zweikampfführung und taktischer Disziplin hielten die Kölner ihren Gegner meist fern vom eigenen Tor. Bei einem abgefälschten Schuss von Wout Weghorst musste dann jedoch Torwart Marvin Schwäbe (25.) mit dem Fuß retten. Und kurz vor der Pause löffelte der Niederländer den Ball aus der Drehung über die Latte.

Ansonsten fehlten im Spiel der TSG Tempo und Bewegung, um den Abstiegskandidaten öfter in Bedrängnis zu bringen. Den Kölnern fiel im Angriff um Stürmer Jan Thielmann in dessen 100. Liga-Spiel allerdings noch weniger ein im ersten Durchgang - der 19 Jahre alte Finkgräfe narrte dann aber TSG-Keeper Oliver Baumann mit einem präzisen Freistoß ins rechte Eck. Kramaric riss die Gäste aber in der Nachspielzeit aus allen Siegträumen.

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