Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Quartal 2012 weiter gesunken. Insgesamt meldeten 32.760 Bundesbürger Privatinsolvenz an. Das seien 3,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, berichtete am Freitag die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Der Rückgang sei vor allem auf die gute Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung zurückzuführen. Im Bundesdurchschnitt kommen demnach auf 100.000 Einwohner 40 Fälle.
Gegen den Trend nahmen allerdings die Insolvenzen bei älteren Bundesbürgern ab 60 Jahren zu. Rückläufiges Rentenniveau, Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne bedrohten immer mehr Menschen mit Altersarmut, urteilten die Experten.
Dramatische Anstieg bei 18- bis 25-Jährigen
Auch bei jungen Erwachsenen von 18 bis 25 Jahren stieg die Überschuldung - und zwar dramatisch. Im ersten Quartal 2012 meldeten insgesamt 2.980 junge Erwachsene Privatinsolvenz an. Im Vergleich zum Vorjahreszahl stieg die Zahl um mehr als ein Drittel.
18- bis 25-Jährige investieren öfter hohe Summen in mobile Endgeräte, Elektroartikel, Automobile und allgemein in den Raten- und Kreditkartenkauf, heißt es von der Wirtschaftsauskunftei. Gleichzeitig verfügen die jungen Erwachsenen über keine oder nicht ausreichende Rücklagen im Krisenfall.
Mehr junge Frauen als Männer überschuldet
Hier mache sich nicht zuletzt die geringe Erfahrung der Betroffenen im Umgang mit Geld bemerkbar. Einkommen und Konsumverhalten seien häufig nicht vereinbar. Auffällig zudem: Diese Altersgruppe ist die Einzige, in der es mehr verschuldete Frauen als Männer gibt.
Bei den 18- bis 25-Jährigen reichen nach Bürgel-Angaben schon Schulden unter 10.000 Euro aus, um Privatinsolvenz anmelden zu müssen. Damit liegen sie deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von circa 32.000 Euro Schulden bei Privatinsolvenzen. (tku/dapd)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de