Schulen in Berlin und Brandenburg

Mehr Sexualerziehung in neuen Lehrplänen

Im Internet können seit Mittwoch die neuen Rahmenlehrpläne für Berlin und Brandenburg eingesehen werden. Sexuelle Vielfalt soll in den Plänen eine größere Rolle spielen als ursprünglich geplant.

Martin Klesmann
2 Min
Bildungssenatorin Sandra Scheeres und der Potsdamer Bildungsminister Günter Baaske beim Unterzeichnen der neuen Rahmenlehrpläne.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres und der Potsdamer Bildungsminister Günter Baaske beim Unterzeichnen der neuen Rahmenlehrpläne.

© Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Lizenz

Die neuen Rahmenlehrpläne für Berlin und Brandenburg sind am Mittwoch von Bildungssenatorin Sandra Scheeres und dem Potsdamer Bildungsminister Günter Baaske (beide SPD) unterzeichnet worden. Im Internet sind sie auf dem regionalen Bildungsserver einsehbar. Die neuen Lehrpläne gelten für alle Fächer und alle Schultypen von der 1. bis zur 10. Klasse. „Die Unterrichtsinhalte der Jahrgangsstufen können jetzt deutlich besser aufeinander abgestimmt werden“, sagte Scheeres.

In Geschichte, bei der Sexualerziehung und auch im Fach Geografie hat es noch Veränderungen gegenüber den ersten Lehrplanentwürfen gegeben. Die „Sexualerziehung/Bildung für sexuelle Selbstbestimmung“ wurde nun doch noch als fächerübergreifendes Thema verankert. In der Geografie wurde die physische Geografie, also der Umgang mit Karten, sowie globale Zusammenhänge wie Klimaschutz stärker betont. Und in Geschichte wird nun in der 7. und 8. Klasse neben einzelnen Themenfelder im Epochenvergleich die Historie auch noch die Chronologie der Ereignisse unterrichtet.

Mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem

Allerdings monieren Geschichtslehrer, dass allein in der 7. Klasse bei der Chronologie nun alles vom Mittelalter bis zur Industriellen Revolution im Schnelldurchlauf durchgenommen werden soll. „Diese Dichte dürfte Siebtklässler überfordern“, sagte Geschichtslehrer Robert Rauh. Und in der 9. Und 10. Klasse falle das Thema „Kaiserzeit/Imperialismus“ weg. „Das aber wäre wirklich wichtig, um den Ersten Weltkrieg zu beurteilen“, sagte Rauh.

SPD-Parteichef Jan Stöß wies die CDU-Kritik zurück, wonach die Lehrpläne zu sehr auf das Modell einer Einheitsschule hinauslaufen. „Die CDU will offenbar keine Durchlässigkeit und nicht mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem“, sagte Stöß.

Ab dem 15. Dezember wird es die Rahmenlehrpläne, die ab dem Schuljahr 2017/18 gelten, in gedruckter Form geben. Dann wird auch erläuterndes Material im Internet eingestellt sein.

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