Schuppenflechte: Berliner Luxus-Hotel diskriminiert CDU-Politiker Martin Bäumer

Berliner Luxus-Hotel Steigenberger: Der an einer chronischen Hautkrankheit leidende Abgeordnete Martin Bäumer (48), CDU-Umweltpolitiker aus Niedersachsen, wird von der Hausdirektion zur Kasse gebeten: 30 Euro „Sonderreinigungsgebühr“ – wegen Hautschuppen auf dem Bett.

BLZ
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Berlin - Eklat in Berliner Luxus-Hotel: Ein an einer chronischen Hautkrankheit leidender Abgeordneter wird von der Hausdirektion zur Kasse gebeten:

30 Euro „Sonderreinigungsgebühr“ – wegen Hautschuppen auf dem Bett. Der Fall wird zum Politikum.

Ende Juli hatte sich Martin Bäumer (48), CDU-Umweltpolitiker aus Niedersachsen, mit seiner Frau im Steigenberger-Hotel am Los-Angeles-Platz einquartiert. Der private 3-Tages-Trip wurde für Bäumer zur verstörenden Erfahrung.

Schon nach der ersten Nacht lag ein Brief in seinem ungereinigten Zimmer. Bäumer möge sich bitte bei der Personalleiterin melden, berichtet der Berliner Kurier.

Diese eröffnete ihm, wegen der Schuppen im Bett müsse Bäumer einen Mehraufwand für die Reinigung begleichen.

Einen Tag später legte der Vize-Hotel-Chef nach: Diese Gebühr nehme man ja auch von Gästen mit Haustieren. Erst nach langer Diskussion lenkte das Hotel ein – ließ aber zugleich die Stühle im Zimmer mit Badetüchern auslegen.

Für Bäumer der Gipfel der Unverschämtheit. „Die Erholung war vollends dahin. So etwas habe ich bei keinem meiner regelmäßigen Hotel-Aufenthalte auch nur ansatzweise je erlebt“, so der Landtagsabgeordnete.

Vorstandschef wird zu Stellungnahme und Entschuldigung aufgefordert

Der Deutsche Psoriasis Bund (DPB), der die Interessen von rund 2,5 Millionen in Deutschland an Schuppenflechte Erkrankten vertritt und vom Vorfall Wind bekam, forderte per Brief an Steigenberger-Vorstandschef Puneet Chhatwal (52) eine Stellungnahme und eine Entschuldigung „in aller Form“.

Die „Sonderreinigungsgebühr“ stelle eine „besonders verachtende und diskriminierende Form der Stigmatisierung dar, die dem DPB in 40 Jahren Verbandstätigkeit noch nicht untergekommen“ sei.

Der Vergleich zu Tieren schlage dem sprichwörtlichen Fass gänzlich den Boden aus. Auch die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele (34, SPD), schaltete sich vor wenigen Tage über ihr Büro ein.

CDU-Politiker Bäumer wandte sich selbst völlig enttäuscht an Konzernchef Chhatwal.

„Ich empfinde das Vorgehen Ihrer Mitarbeiter als Skandal. Schuppenflechte, gerade in der Ausprägung, wie ich sie habe, ist als Behinderung anerkannt. Seit mehr als 20 Jahren ist im Grundgesetz (Artikel 3 Absatz 3) verankert, dass Menschen mit Behinderungen nicht diskriminiert werden dürfen.“

Nach einer Kurier-Anfrage will die Hotel-Kette nun die Wogen glätten. „Wir bedauern den Vorfall zutiefst“, erklärt ein Konzernsprecher und versichert:

„Solche Gebühren gehören in keinster Weise zur Geschäftspraxis von Steigenberger. Wir entschuldigen uns bei dem Gast in aller Form.“

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