Schwärzung im Gysi-Bericht

Rathenow bittet Birthler um Hilfe

Andreas Förster
1 Min

BERLIN, 15. Januar. Der Berliner Schriftsteller Lutz Rathenow hat die Birthler-Behörde in einem Brief gebeten, ihm die ungeschwärzte Fassung eines Stasi-Vermerks zugänglich zu machen, der den PDS-Politiker Gregor Gysi belastet. Rathenow, zu DDR-Zeiten Mandant Gysis, hatte in seinen MfS-Akten den Bericht über ein Gespräch zwischen ihm, dem Anwalt und einem ZDF-Journalisten in der Ständigen Vertretung in Ost-Berlin gefunden. Wer die Informationen an die Stasi damals weitergegeben hat, geht aus dem Vermerk nicht hervor.Der letzte Absatz des Stasi-Berichts ist geschwärzt worden. Nach Ansicht von Rathenow könnte diese Passage Gysi vom Vorwurf befreien, er habe die Stasi über den Inhalt des Dreier-Gesprächs informiert. "Herr Schwarze vom ZDF und ich haben das Gespräch damals fortgesetzt, nachdem Gysi uns verlassen hatte", sagte Rathenow der "Berliner Zeitung". "Wenn sich in der geschwärzten Passage Inhalte aus diesem Gespräch zu zweit finden, wäre Gysi entlastet. " Für die Herausgabe personenbezogener Akten gibt es jedoch klare Regelungen im Stasi-Unterlagengesetz. Der Immunitätsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses könnte dagegen bei einer eventuellen Stasi-Überprüfung Gysis ein ungeschwärztes Exemplar des Vermerks anfordern. (afö. )

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