Schwimmkurse in Berlin

Mit Patenschaft zum Seepferdchen

Jedes zweite Kind kann in der dritten Klasse nicht schwimmen. Dabei werden an vielen Bädern zahlreiche Schwimmkurse angeboten. Einkommensschwachen Familien werden dabei von Bezirksämtern, Bäderbetriebn und privaten Spendern unterstützt.

Kirsten Stamer
2 Min
Keine Angst vor dem Wasser: Schwimmtrainer Mathias Wick gibt Unterricht im Stadtbad Schöneberg.

Keine Angst vor dem Wasser: Schwimmtrainer Mathias Wick gibt Unterricht im Stadtbad Schöneberg.

© Kirsten Stamer Lizenz

Zum dritten Mal treffen sich die Kinder an diesem Mittwoch zum Ferienschwimmkurs im Stadtbad Schöneberg. 45 Minuten üben sie für ihr Ziel: das Seepferdchen, das kleinste Schwimmabzeichen. Es bekommt, wer sich im Becken 25 Meter über Wasser halten kann.

Das Besondere an dieser Gruppe ist: Nicht alle mussten den Unterricht selbst bezahlen. Um Kindern aus einkommensschwachen Familien den 65 Euro teuren Schwimmkurs zu ermöglichen, gibt es seit 2007 eine Kooperation zwischen den Berliner Bäderbetrieben mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Private Spender können eine Patenschaft übernehmen, den Betrag für den Kurs an das Bezirksamt überweisen und von dort eine Spendenquittung erhalten. Das Geld geht dann an die Bäderbetriebe. Diese wiederum geben noch einmal so viel Geld für Patenschaften aus. So konnte allein in diesem Jahr in Tempelhof-Schöneberg 232 Kindern ein dreiwöchiger Schwimmkurs ermöglicht werden. Der Kinder-, Jugend- und Gesundheitsdienst wirbt bereits bei der Einschulungsuntersuchung für diese Schwimmkurse und bringt so Familien und Bäder zusammen.

Klaus Lipinsky, Vorstandsvorsitzender der Bäderbetriebe, wünscht sich ein solches Engagement auch von den anderen Bezirken. „Denn jedes Kind, das nicht schwimmen kann, ist eines zu viel.“ Wenn in der dritten Klasse der Schwimmunterricht anstehe, könnten weit über die Hälfte der Kinder noch nicht schwimmen und selbst danach liege der Nichtschwimmeranteil bei fast zehn Prozent. Immerhin stärkt Schwimmen das Selbstbewusstsein – und schützt nicht zuletzt vor Badeunfällen.

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