Seilbahn-Fahrt

So fühlt es sich an, über das Wuhletal zu schweben

Die Schwebebahn in Marzahn hat den Probebetrieb aufgenommen. Wir sind mitgefahren.

Uwe Aulich
3 Min
Fast lautlos gleiten die Gondeln über das künftige IGA-Gelände. Nicht nur die Gartenkunst können die Fahrgäste sehen, sondern auch die Häuser der Großsiedlung in Marzahn.

Fast lautlos gleiten die Gondeln über das künftige IGA-Gelände. Nicht nur die Gartenkunst können die Fahrgäste sehen, sondern auch die Häuser der Großsiedlung in Marzahn.

© Berliner Zeitung/ Markus Wächter

Die neue Gondelbahn, die zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Marzahn und Hellersdorf errichtet wurde, hat am Freitag ihren ersten Belastungstest mit Fahrgästen bestanden. Die Leitner AG aus Südtirol hat die Bahn für 14 Millionen Euro errichtet. „Für einen Tiroler ist es schon etwas ganz Besonderes, hier in Berlin eine Seilbahn zu bauen“, sagt Michael Seeber, der Aufsichtsratspräsident.

Alles läuft glatt

Etwas Bammel hatten die Seilbahnleute vor der Premierenfahrt, weil meist bei solchen Anlässen etwas schief geht. An diesem Tag aber lautet das Fazit: Alles läuft glatt. Test bestanden. Zu den ersten Fahrgästen zählte der Regierende Bürgermeister. Dass es ihm Spaß gemacht hat, sieht man ihm an. „Man ist sprachlos, man ist erstaunt. Es ist ein besonderer Eindruck, wenn man das Gelände von oben sieht. Ein tolles Erlebnis“, sagt Michael Müller (SPD). Auf das müssen die Berliner aber noch über ein halbes Jahr warten.

Hoch geht es auf den Kienberg.

Hoch geht es auf den Kienberg.

© Berliner Zeitung/ Markus Wächter

Leitner testet jetzt alle Sicherheitsvorkehrungen, spielt technische Szenarien durch, auch Rettungseinsätze mit der Berliner Feuerwehr werden simuliert. Erst mit der IGA-Eröffnung am 13. April 2017 nimmt die Gondelbahn ihren regulären Betrieb auf. Die Fahrt ist im Eintritt zur Gartenschau enthalten.

Stille in der Luft

Dass sich eine Gondelbahn in der Stadt durch Bäume schlängelt und hinauf auf den nicht gerade riesigen Kienberg fährt – dieser Anblick ist schon gewöhnungsbedürftig. Von oben auf die Wuhle zu sehen, über das Tal zu gleiten, später die Gärten der Welt, den Chinesischen Garten mit Teich und Teehaus aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben, ist aber beeindruckend. Denn in der Luft ist es sehr still. Vorausgesetzt, andere Fahrgäste reden nicht die ganze Zeit laut und aufgeregt. Dass die schwarzen Sitzpolster hart sind, spürt man kaum. Bei knapp 30 Grad Spätsommerhitze wird es in den Gondeln trotz offenen Fenstern aber schnell stickig.


Kabinen mit Glasboden

Die Gondelbahn ist 1,5 Kilometer lang. Die Talstationen heißen „Kienbergpark“ nahe U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße sowie „Gärten der Welt“ am Blumberger Damm. Auf dem Kienberg gibt es eine Bergstation auf 102 Metern Höhe.

65 Gondeln hat die Seilbahn, sechs davon mit einem Glasboden. Jede Kabine kann zehn Fahrgäste befördern.

Bis zu 36 Kilometer pro Stunde beträgt die Geschwindigkeit der Seilbahn. Eine Fahrt dauert etwa fünf Minuten pro Richtung. Bis zu 3000 Besucher können mit der Bahn pro Stunde befördert werden.

Bei starkem Wind und Sturm ab Geschwindigkeiten von 60 Stundenkilometern muss der Gondelbetrieb aus Sicherheitsgründen eingestellt werden.


Zwischenstopp Kienberg: Von der Bergstation sind es nur ein paar Meter hinauf zum höchsten Punkt. Hier entsteht die 30 Meter hohe Aussichtsplattform Wolkenhain, erklärt IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt. Im Erdgeschoss wird ein Restaurant mit Terrasse eingerichtet. Von dort hat man einen guten Blick über die Stadt. Den genießt man auch, wenn man mit der Gondel wieder zurück ins Tal gleitet. Man sieht bis zum Fernsehturm, fährt auf die Wohnhäuser am Blumberger Damm zu. Die Gondel wird abgebremst. Aussteigen!

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