Politik

Seit Wagenknecht-Rede: Linke verliert über 800 Mitglieder

Die Rede der Linke-Politikerin am 8. September war höchst umstritten. Auch prominente Mitglieder verließen die Partei. Jetzt wird das ganze Ausmaß bekannt.

Team News Eva Maria Braungart dpa/eb
2 Min
Sahra Wagenknecht ist eine der prominentesten Linken. Doch steht sie immer häufiger quer zur Partei.

Sahra Wagenknecht ist eine der prominentesten Linken. Doch steht sie immer häufiger quer zur Partei.

© dpa/Michael Kappeler

Die Linke hat seit der umstrittenen Bundestagsrede der früheren Fraktionschefin Sahra Wagenknecht zahlreiche Mitglieder verloren. „Eine solch hohe Zahl der Austritte gab es zu keinem Zeitpunkt zuvor“, erklärte die Pressestelle der Linken auf Anfrage des ARD-Politikmagazins „Kontraste“, wie der RBB am Donnerstag mitteilte. Zwischen 8. September und 10. Oktober habe die Partei nach einer ersten Erhebung „mindestens 809 Mitglieder verloren“.

Wagenknecht hatte am 8. September in der Bundestagsdebatte über den Haushalt des Wirtschaftsministeriums gesprochen. Dabei warf sie der Bundesregierung vor, „einen beispiellosen Wirtschaftskrieg gegen unseren wichtigsten Energielieferanten vom Zaun zu brechen“.

Sahra Wagenknecht ist der häufigste Grund für Parteiaustritt

Sie bezog sich dabei auf die westlichen Sanktionen, die wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gegen Russland verhängt wurden. Die Parteispitze und etliche Linke-Politiker gingen auf Distanz. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, trat wegen der Rede aus der Partei aus.

Im gesamten ersten Halbjahr 2022 war die Zahl der Mitglieder um 3578 zurückgegangen. Darunter waren Personen, die austraten, wegzogen, verstarben oder wegen Beitragsrückständen ihre Mitgliedschaft verloren, wie „Kontraste“ weiter meldete. Mitte des Jahres hatte die Partei demnach 57.320 Mitglieder. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

Von den seither erfolgten Parteiaustritten seien die meisten in Zusammenhang mit Wagenknecht begründet worden, erklärte die Linke-Pressestelle auf „Kontraste“-Anfrage. Mehrere prominente Austritte waren bereits bekannt geworden. Auch der frühere Europa- und Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi kehrte der Partei den Rücken.

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