US-Präsident Donald Trump wird seinen ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj am Dienstag im Weißen Haus empfangen. Das teilte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit; Selenskyj bestätigte das Treffen in einer Videobotschaft.
Im Mittelpunkt der Gespräche steht die weitere US-Unterstützung der Ukraine. Priorität habe die Stärkung der ukrainischen Flugabwehr, sagte Selenskyj. Er signalisierte zudem Verhandlungsbereitschaft. Ein mögliches Friedensabkommen würde er nach eigenen Worten auch in den USA unterzeichnen – im Oval Office oder in Mar-a-Lago. Entscheidend sei nicht das Wo, sondern das Wann.
Am Donnerstag waren der russische Außenminister Sergej Lawrow und Marco Rubio in Manila zusammengetroffen. Das halbstündige Gespräch verlief dem Vernehmen nach ernüchternd. Rubio betonte danach, für Fortschritte in Richtung Frieden seien „neue Vorschläge und neue Ideen“ nötig.
Erneut Tote nach russischen Angriffen
Bei russischen Drohnenangriffen auf die nordostukrainische Stadt Sumy wurden in der Nacht zum Samstag mindestens zwei Männer getötet. Drei weitere wurden verletzt, teilte Bürgermeister Artem Kobsar mit. Getroffen wurden eine Tankstelle, das Dach eines Mehrfamilienhauses und ein Infrastrukturobjekt. Russische Truppen stehen nur etwa 20 Kilometer von Sumy entfernt.
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Auch in der Region Poltawa war der russische Beschuss ukrainischen Angaben zufolge massiv. Dort soll Russland mit 157 Drohnen und zwei Raketen angegriffen und unter anderem vier Tankstellen und eine Feuerwache getroffen haben. In Saporischschja wurde ein Mann verletzt.
Einen Tag zuvor waren bei russischen Angriffen mindestens 15 Menschen getötet und über hundert verletzt worden. Allein zehn Tote gab es bei einem Raketenangriff auf eine Veranstaltung der Rüstungsbranche nahe Kiew.
Österreich bremst EU-Beitritt der Ukraine
Einen Dämpfer erhalten die ukrainischen Europahoffnungen aus Österreich. Die Regierung in Wien stellt sich gegen einen schnellen EU-Beitritt. Europaministerin Claudia Bauer von der konservativen ÖVP übte dabei deutliche Kritik an Selenskyj.
„Der ukrainische Präsident ist meinem Eindruck nach in den letzten Monaten häufiger dadurch aufgefallen, dass er der EU am liebsten ein Beitrittsdatum diktieren möchte“, sagte Bauer der Welt am Sonntag: „Ein Turbo-Beitritt auf Antrag – das geht natürlich nicht.“
Die Ministerin verwies auf die Größe des Landes: Ein Beitritt der Ukraine mit 39 Millionen Menschen und einer völlig anderen Agrarstruktur würde die EU maßgeblich verändern. Zugleich warnte sie vor einer „Zweiklassengesellschaft“ im Fall einer Aufnahme.
Drohnen über Rumänien
Derweil greift der Krieg erneut auf Nato-Gebiet über. Ein rumänischer F-16-Kampfjet hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Bukarest eine Drohne im nationalen Luftraum abgeschossen. Der Vorfall ereignete sich in einem unbewohnten Gebiet nahe der ukrainischen Grenze. Es war der zweite Abschuss innerhalb von zwei Tagen.
Zuvor war der rumänische Luftraum mehrfach verletzt worden. Die erste Drohne stammte rumänischen Angaben zufolge aus Russland.
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