Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Brigadegeneral Hennadij Schapowalow zum neuen Kommandeur der Bodentruppen des von Russland angegriffenen Landes ernannt. Die Präsidialverwaltung in Kiew veröffentlichte den entsprechenden Erlass.
Die Umbesetzung im Heer wurde notwendig, nachdem der bisherige Kommandeur Mychajlo Drapatyj Anfang Juni um Entlassung gebeten hatte. Er übernahm die Verantwortung für den Tod von zwölf Soldaten. Sie waren bei einem russischen Raketenangriff auf einen Truppenübungsplatz im Gebiet Dnipropetrowsk ums Leben gekommen.
Nato-erfahrener Offizier übernimmt Führung
Schapowalow, Jahrgang 1978 aus der Region Kirovohrad, war zuletzt als Verbindungsoffizier im Nato-Koordinationszentrum für militärische Hilfe in Wiesbaden tätig. Zuvor hatte er das Operative Kommando „Süd“ geleitet und war bereits 2022 zum Brigadegeneral befördert worden.
Ukraine erhält bei Leichenrückgabe auch tote russische Soldaten
Wie am Donnerstag zudem bekannt wurde, erhielt die Ukraine bei der Rückführung von Tausenden gefallenen Soldaten auch Leichen russischer Soldaten. Das erklärte Innenminister Ihor Klymenko auf Telegram. Eine genaue Zahl nannte er nicht.
Laut Klymenko erschwere Russland bewusst die Identifizierung der toten ukrainischen Soldaten. „Der Feind stiftet Chaos und vermischt russische mit ukrainischen Leichen“, schrieb der Minister. In seinem Beitrag veröffentlichte er Fotos eines angeblichen russischen Wehrpasses und einer Erkennungsmarke, die bei einem übergebenen Toten gefunden worden sein sollen. Eine unabhängige Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor.
In den vergangenen Tagen hatte Russland der Ukraine über 6000 Leichen ukrainischer Soldaten überstellt – im Gegenzug erhielt Moskau mehr als 50 eigene Gefallene zurück. Die Übergabe war Teil einer humanitären Vereinbarung, die beide Seiten Anfang Juni bei Gesprächen in Istanbul getroffen hatten. Selenskyj hatte zuvor öffentlich kritisiert, dass Russland bei der Rückgabe auch tote russische Soldaten an die Ukraine übergebe.
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als drei Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion.
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