Nicht nur für den Krimiautor und Nahverkehrs-Fan Horst Bosetzky ist sie die "schönste der Berliner Straßenbahnlinien". Seit 1912 führt die Uferbahn von Grünau nach Schmöckwitz - oft durch Wald und in Sichtweite des Langen Sees. Doch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) lassen ein klares Bekenntnis zu ihrem Erhalt vermissen. Die verschlissene Trasse muss dringend saniert werden, aber die BVG hat die Entscheidung, ob sie Geld dafür bereitstellt, vertagt. "Wenn wir keine zusätzlichen Mittel vom Senat bekommen, sanieren wir die Strecke nicht", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Berliner Zeitung. Das Land will aber nicht noch mehr bezahlen."Wir tragen schon rund die Hälfte", sagte Mathias Gille von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Aus eingesparten S-Bahn-Geldern gibt das Land der BVG 9,8 Millionen Euro für die Sanierung der Linie 68 nach Alt-Schmöckwitz. Das müsse reichen, hieß es. Schließlich erhalte das Landesunternehmen jährlich 175 Millionen Euro, um seine Anlagen in Schuss zu halten. Daraus müsse die BVG die restlichen Kosten für die Sanierung der 7,5 Kilometer langen Strecke zahlen.Darüber sollte jüngst der BVG-Prüfungsausschuss entscheiden. Er sah aber noch Gesprächsbedarf. Die Sanierung lohne nicht, weil die 68 zu wenige Fahrgäste habe, hieß es. Jetzt soll am 14. Dezember der Aufsichtsrat darüber befinden, ob die BVG den Restanteil übernimmt - oder nicht. Die Sanierung, die 2011 beginnen müsste und bis 2015 dauern würde, soll stattliche 18 Millionen Euro kosten. Sie ist so teuer, weil die Gleise ein Wasserschutzgebiet kreuzen. Damit kein Öl mehr in den Boden rinnen kann, muss eine "feste Fahrbahn" gebaut werden - ein Betontrog, der begrünt wird."Die Linie 68 ist unverzichtbar: für die Bürger von Karolinenhof und Schmöckwitz, für die Besucher des Strandbads Grünau und des Olympiastützpunkts", sagte der Anlieger Peer Hauschild. "Sie muss bleiben."------------------------------Karte: Die Uferbahn muss saniert werden. Doch die Finanzierung ist ungewiss.
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