Senatsplanung

An diesen Standorten in Berlin entstehen neue Schulen

Zum Schuljahr 2024/25 wird es vermutlich über 60.000 Schüler mehr in Berlin geben.

Martin Klesmann
3 Min
In Berlin soll es bald Zehntausende Schüler mehr geben.

In Berlin soll es bald Zehntausende Schüler mehr geben.

© imago/Westend61

Berlin braucht in den kommenden Jahren Platz für Zehntausende zusätzliche Schüler. In einem Bericht an den Hauptausschuss hat die Bildungsverwaltung nun erstmals detailliert dargelegt, wie die vielen dringend benötigten Schulplätze in den kommenden sieben Jahren geschaffen werden sollen.

Allein für die jüngeren Schüler sind demnach 28 Standorte für die Bebauung mit einer neuen Grundschule vorgesehen. „Davon sind neun bereits verfügbar“, schreibt Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) in dem Bericht. Zudem sollen 16 aufgebene Immobilien reaktiviert und 68 Standorte erweitert werden. Besonders groß ist der Bedarf in Pankow und Lichtenberg.

Zuzug, Geburtensteigerung und Flüchtlingskinder

Im Sommer hatten Mitarbeiter der Bildungsverwaltung bereits Schweißperlen auf der Stirn. Denn die Statistiker hatten errechnet, dass es schon im Schuljahr 2020/21 gut 14.400 Grundschulplätze zu wenig in Berlin geben würde. Durch zügiges Planen hat man die Fehlzahl mittlerweile auf knapp 3000 Plätze reduziert. Das bedeutet aber: In den Schulen wird es eng, Klassen werden größer, Hortbereiche für den Unterricht genutzt. Der starke Zuzug, die steigende Geburtenrate und auch Flüchtlingskinder lassen vermuten, dass es zum Schuljahr 2024/25 über 60.000 Schüler mehr gibt als heute. Es wäre eine Steigerung um ein Fünftel.


Neubau-Standorte

Mitte: Chausseestraße/Ecke Boysenstraße, Seller-, EckeChausseestraße, Gotenburger Straße 7-9, Adalbertstraße 53.

Friedrichshain-Kreuzberg: Corinthstraße, Ostbahnhof Pufendorfstraße 12, Oder-, Ecke Gürtelstraße.

Pankow: Cotheniusstraße, Michelangelostraße, Rangierbahnhof Heinersdorf, Rennbahnstraße, Bahnhof Pankow (mehrere), Blankenburg Pflasterweg, Heinersdorfer Straße 22, Falkenberger Straßee 31, Pasteurstraße.

Charlottenburg-Wilmersd.: eine Fläche

Spandau: Goltz-/Mertensstraße, Gartenfeld, Siemensstadt

Steglitz-Zehlendorf: Lichterfelde

Tempelh.-Schöneb: Otzenstraße

Neukölln: Schillerkiez, Koppelweg

Treptow-Köpenick: Adlershof,Keplerstraße 10.

Marzahn-Hellersdorf: Elsenstraße 7-9 .

Lichtenberg: K.-Wolff-Straße 11, Schleizer Straße 67, Sewanstraße 43, Hauptstraße 8, Blockdammweg, Waldowallee 117, Am Breiten Luch, Wartiner Straße.

Reinickendorf: Schumacher-Quartier Nord und Ost (mehrere),  Walliser-, Ecke Thurgauer Straße.


Besonders problematisch ist es, wenn in dicht bebauten Stadtteilen zusätzliche Kapazitäten bereits in den nächsten drei Jahren zur Verfügung stehen müssen. „Es ist zu prüfen, ob an diesen etwa vier Standorten vollständige Schulbauten in Holzbauweise errichtet werden können“, heißt es in dem Bericht. Beim Schulbauprojekt „Schule an der Schule“ in Marzahn-Hellersdorf sei dies bereits geschehen. Anders ist es bei großen Wohnungsbauprojekten. Dort soll nun noch stärker die soziale Infrastruktur wie Schulen und Kitas frühzeitig mit berücksichtigt werden. Auch die Anzahl der Sekundarschulen wird steigen: 13 Neubauten stehen in den kommenden Jahren an, 19 bestehende Schulen werden auf unterschiedliche Art erweitert, oft mit mobilen Erweiterungsbauten. Und sechs nicht mehr genutzte Immobilien werden reaktiviert. Gerade in den östlichen Bezirken, wo nach der Wende zahlreiche Schulen aufgegeben wurden, greift man nun auf die alten Bauten zurück – falls diese noch nicht abgerissen wurden. Einige Sekundarschulen werden gleich als Gemeinschaftsschulen zusammen mit Grundschulen entstehen. Das spart Platz. Denn je nach Lage ist es sehr schwierig, überhaupt an Flächen für neue Schulbauten zu kommen.

An den Gymnasien wird am wenigsten ausgebaut. Hier werden nur zwei Liegenschaften reaktiviert sowie drei bestehende Schulen erweitert. Ein Neubau ist vorgesehen.

Großer Zeitdruck

Unklar ist auch hier noch, wie genau die geplante Landesgesellschaft für Neubau aussehen soll. Gleichzeitig betont die Bildungsverwaltung, dass das alles sehr schwierig wird. „Es stellt eine große Herausforderung dar, in Anbetracht der verschiedenen Unwägbarkeiten, Zuständigkeiten und zu berücksichtigenden Gesetze und Vorschriften den Zeitfaktor im Blick zu halten“, formuliert Bildungsstaatssekretär Rackles in dem Bericht an den Hauptausschuss. Zudem steigen derzeit die Baukosten. Immerhin hat die Bildungsverwaltung bereits in einem Modellprojekt erarbeitet, wie insbesondere die Planungszeiten verkürzt werden können.

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