Zwei Bewohner eines Seniorenhauses in der Veitstraße im Berliner Ortsteil Tegel sind in den vergangenen Tagen gestorben, drei weitere müssen stationär im Krankenhaus behandelt werden. Die Todesfälle bestätigte die landeseigene Betreiber- und Wohnungsgesellschaft Berlinovo.
Zuvor war in dem Heim Legionellenbefall festgestellt worden, ein Zusammenhang zum Tod der beiden Bewohner werde geprüft. Insgesamt kamen fünf Mieter ins Krankenhaus, drei von ihnen sind inzwischen wieder entlassen worden.
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Duschverbot und Trinkwasserbeschränkung wegen Legionellen
Nach Bekanntwerden des Befalls hatte Berlinovo nach eigenen Angaben unverzüglich alle Mieter informiert und zum Schutz ein Duschverbot ausgesprochen. Als Sofortmaßnahmen veranlasste das Unternehmen der Pressemitteilung zufolge eine thermische Desinfektion, das Spülen aller Wasserauslässe sowie die Installation von Filtern in Duschen und weiteren Armaturen der Wohnungen.
Die Installation in den Duschen wurde nach Angaben der Gesellschaft am 17. Juli 2026 abgeschlossen. Ergänzend habe das Gesundheitsamt ein Trinkwasserentnahmeverbot aus allen Zapfstellen ohne Filter ausgesprochen.
Notfallmanagement soll weitere Infektionsgefahr verhindert haben
In dem Seniorenwohnhaus befindet sich ein Servicebüro der Johanniter. Mitarbeiter der Johanniter und von Berlinovo stünden in engem Austausch mit den Bewohnern und unterstützten diese unter anderem mit ausreichend Trinkwasser für den täglichen Bedarf, teilte das Unternehmen mit. Zusätzlich würden alle technischen Anlagen überprüft. Das weitere Vorgehen werde kontinuierlich mit dem Gesundheitsamt abgestimmt.
Eine weitergehende Infektionsgefahr durch den Legionellenbefall habe durch das Notfallmanagement vor Ort verhindert werden können, so Berlinovo. Ob die Krankenhausaufenthalte und die Todesfälle im Zusammenhang mit den Legionellen stehen, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
Gefährliche Bakterien im Wasser – Was sind Legionellen?
Bei Legionellen handelt es sich um weit verbreitete Süßwasserbakterien, von denen nur einige Arten krankheitserregend sind. Besonders gut vermehren sie sich bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius – etwa unter ungünstigen Bedingungen in Warmwasserleitungen, Klimaanlagen oder Rückkühlsystemen. Gefährlich werden die Bakterien vor allem dann, wenn sie – etwa beim Duschen als feiner Sprühnebel – eingeatmet werden.
Die Folgen reichen vom sogenannten Pontiac-Fieber, einer leicht verlaufenden, grippeähnlichen Erkrankung, bis hin zur Legionärskrankheit, einer schweren Lungenentzündung. In Deutschland ist die Legionellose die bedeutendste durch Legionellen im Wasser übertragbare Krankheit und nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
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