Der frühere russische Verteidigungsminister und langjährige Vertraute von Wladimir Putin, Sergej Iwanow, ist tot. Er starb im Alter von 73 Jahren, wie die VTB United League, deren Ehrenpräsident er war, am Freitag mitteilte. Reuters bestätigte den Tod unter Berufung auf die Mitteilung der Basketballliga. Angaben zur Todesursache wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Iwanow gehörte seit den 1970er Jahren zum engsten Umfeld Putins. Beide arbeiteten beim sowjetischen Geheimdienst KGB in Leningrad und blieben auch nach dem Zerfall der Sowjetunion enge politische Weggefährten. Der Politologe Alex Jussupow schrieb auf X, mit Iwanow sterbe „einer der ältesten Weggefährten Wladimir Putins“. Er bezeichnete ihn als KGB-Kollegen, Studienfreund und Altersgenossen des russischen Präsidenten.
Ex-Soldat droht Putin mit Meuterei: „Die Armee wird ihre Waffen gegen den Kreml richten“
Ukraine-Krieg: Trump rückt von Vermittlerrolle ab – Macron kündigt Kurswechsel der USA an
Jahrzehntelang einer der mächtigsten Männer Russlands
Nach Putins Machtübernahme im Jahr 2000 stieg Iwanow zu einem der einflussreichsten Politiker Russlands auf. Er war zunächst Sekretär des Sicherheitsrates, anschließend von 2001 bis 2007 der erste zivile Verteidigungsminister Russlands. Später bekleidete er das Amt des Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten und leitete von 2011 bis 2016 die Präsidialverwaltung des Kremls.
Wegen seines ähnlichen Werdegangs und seiner engen Beziehung zu Putin galt Iwanow über Jahre als möglicher Nachfolger des Präsidenten. 2016 verlor er jedoch überraschend den Posten als Chef der Präsidialverwaltung und wurde durch Anton Waino ersetzt. Anschließend übernahm er nur noch die deutlich weniger einflussreiche Funktion eines Sonderbeauftragten des Präsidenten für Umwelt, Ökologie und Verkehr.
Im Februar aus allen Ämtern entlassen
Anfang Februar 2026 entließ Putin den damals 73-Jährigen auch aus diesem letzten Amt und strich ihn zugleich aus dem Sicherheitsrat. Damit endete seine jahrzehntelange Zugehörigkeit zur obersten Führungsschicht Russlands. Beobachter werteten den Schritt als endgültigen Abschied eines der letzten Vertreter jener Generation ehemaliger KGB-Offiziere, die Putins Machtapparat seit dessen Amtsantritt geprägt hatten.
Über die Umstände seines Todes wurde zunächst nichts bekannt. Seriöse internationale Nachrichtenagenturen wie Reuters berichteten lediglich über den Tod selbst. Spekulationen in sozialen Medien über ungewöhnliche Todesumstände wurden bislang von keiner belastbaren Quelle bestätigt.
Krim: Russland verhängt Ausnahmezustand – kein Sprit, Urlaub gestoppt, tausende Autos im Stau
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de