Sexismus-Debatte

Ex-Botschafter Kiderlen entschuldigt sich bei Chebli

Die Berliner Staatssekretärin hatte seine Äußerungen bei Facebook öffentlich gemacht.

Sabine Rennefanz
2 Min

Sexismus oder nur ein Kompliment? Über eine Äußerung des ehemaligen Botschafters Hans-Joachim Kiderlen wurde seit dem vergangenen Wochenende gestritten. Jetzt hat er sich per E-Mail bei der Staatssekretärin Sawsan Chebli entschuldigt. Er habe die unpassende Begrüßung und Ansprache bedauert, bestätigte die SPD-Politikerin der Berliner Zeitung am Donnerstag.

Die Staatssekretärin hatte dem Ex-Botschafter vorgeworfen, sie bei einer internationalen Konferenz herabwürdigend angesprochen zu haben. Erst habe er sie nicht erkannt, dann habe er gesagt: „Ich habe keine so junge Frau erwartet. Und dann sind Sie auch noch so schön.“

Chebli hatte daraufhin auf Facebook geschrieben, dass sie geschockt gewesen sei. Mit der Veröffentlichung des Vorfalls wollte sie eine Debatte anstoßen.  „Die vielen Reaktionen darauf, auch von Frauen mit ähnlichen Erfahrungen, zeigen mir, dass das der richtige Weg war.”

Rassistische Kommentare als Antwort

Ihr Beitrag erhielt allerdings nicht nur Zustimmung. „Die Heftigkeit der Reaktionen überrascht mich nicht”, sagte die 39-Jährige dazu. Allerdings sei sie darüber erschüttert, dass viele Kommentare offen rassistisch seien.

Chebli hat palästinensische Wurzeln. Sie ist seit Dezember 2016 Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund sowie Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement und Internationales.  

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