Hessen

Sexuelle Übergriffe in Freibad: Syrer zuvor wegen Bedrohung und Körperverletzung angeklagt

Die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe auf Mädchen in Gelnhausen machen weiter Schlagzeilen. Nun nennt der Innenminister neue Details zu den Verdächtigen.

Team News Eva Maria Braungart dpa/Eva Maria Braungart
3 Min
In einem hessischen Schwimmbad sollen Mädchen von mehreren Männern sexuell belästigt worden sein.

In einem hessischen Schwimmbad sollen Mädchen von mehreren Männern sexuell belästigt worden sein.

© Boris Roesslerdpa

Der hessische Innenausschuss hat sich in einer Sondersitzung mit den Vorwürfen der sexuellen Belästigungen in einem Schwimmbad in Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis beschäftigt. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) informierte dabei über eine frühere Anklage gegen einen der Tatverdächtigen informiert.

Diese sei im April 2025 wegen mutmaßlicher Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung erhoben worden, sagte der CDU-Politiker in der Sitzung des Innenausschusses im Wiesbadener Landtag. Die anderen drei ermittelten Männer seien abgesehen von Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz bei ihrer Einreise zunächst nicht polizeilich in Erscheinung getreten.

Am 22. Juni 2025 hatten im Freibad Gelnhausen mehrere Mädchen laut Polizei dem Personal gemeldet, sie seien im Becken aus einer Gruppe von Männern heraus am ganzen Körper angefasst worden. Die Ermittler gehen von acht weiblichen Opfern im Alter von elf bis 16 Jahren aus. Tatverdächtig sind vier syrische Männer im Alter von 18 bis 28 Jahren. Die Asylbewerber wurden vorübergehend festgenommen, kamen aber wieder auf freien Fuß. Die gesetzlichen Voraussetzungen für Untersuchungshaft lagen laut Poseck nicht vor.

Die vier Syrer waren nach Worten des Ministers zum Tatzeitpunkt nicht ausreisepflichtig gewesen. Zwei der Männer haben dem Minister zufolge einen eingeschränkten Schutzstatus für Flüchtlinge (subsidiären Schutz). Bei zwei weiteren stehe die Entscheidung in ihrem Asylverfahren noch aus. Zudem soll auch ein fünfter Mann die Mädchen im Freibad belästigt haben. Er wurde laut dem Innenminister aber bislang nicht identifiziert. Die Taten hatten bundesweit Schlagzeilen gemacht. Mehrere Abgeordnete der AfD-Opposition hatten Poseck einen Katalog mit 43 Fragen für den Innenausschuss vorgelegt.

Auch im betroffenen Schwimmbad haben die Vorwürfe Konsequenzen. Wie Oberbürgermeister Christian Litzinger (CDU) mitteilte, wurde der Leiter des Barbarossabades bis zum Abschluss der Ermittlungen von seinen Aufgaben entbunden. Grund für die Freistellung ist offenbar ein mögliches Fehlverhalten im Umgang mit der ernsten Situation. So soll der Bademeister die betroffenen Mädchen, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren, erneut ins Schwimmbecken geschickt haben. Der Badeleiter sagte gegenüber der hessenschau: „Deswegen haben wir sie erst noch einmal mit dem Hinweis, macht euch bemerkbar, lautstark bemerkbar, wenn wieder etwas ist, ins Wasser zurückgeschickt.“

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