Terror

Shani Louk von Hamas entführt: Familie startet Petition, Vorwürfe gegen das Außenministerium

Die Familie der Deutschen Shani Louk bangt weiter um das Leben der 22-Jährigen. Sie fordert, die junge Frau so schnell wie möglich aus dem Gazastreifen herauszuholen.

2 Min
Orly Louk ist die Tante der 22-jährigen Shani Louk. Hier mit einem Handyfoto ihrer Nichte.

Orly Louk ist die Tante der 22-jährigen Shani Louk. Hier mit einem Handyfoto ihrer Nichte.

© David Pichler/TNN/dpa

Die Familie der von der Hamas entführten deutschen Staatsbürgerin Shani Louk hat sich mit einer Online-Petition an die Öffentlichkeit gewandt. Sie will somit ihre Freilassung erreichen und das Leben der 22-Jährigen retten. Louks Familie wendet sich in ihrem Aufruf direkt an Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und macht ihrem Ministerium den Vorwurf, nicht schnell genug zu handeln.

Wörtlich steht in der Petition: „Bisher haben wir nicht den Eindruck, dass das Auswärtige Amt bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um Shani aus dem Gaza zurück zu uns – ihrer Familie – zu holen. Aufgrund einer Mitteilung des Auswärtigen Amts an einen Bundestagsabgeordneten haben wir gelesen, dass sich das Amt eher in einem Kompetenzgerangel um Zuständigkeiten befindet – ob Israel oder Deutschland für Shani zuständig ist – und sich über viel Arbeit im Zusammenhang mit Flugumbuchungen beschwert, als sich um Menschen zu kümmern.“

Familie von Shani Louk: Bitte kein Streit um Zuständigkeiten

Weiter heißt es in dem Aufruf: „Tun Sie alles in Ihrer Macht Stehende, um unsere Tochter, Nichte und Schwester Shani zu retten, bevor es zu spät ist.“

Shani Louk war bei dem brutalen Überfall der Hamas-Kämpfer auf ein Musikfestival nahe des Gazastreifens schwer verletzt worden. Sie soll sich laut ihrer Mutter in einem Krankenhaus in Gaza befinden. Insgesamt sollen mindestens fünf deutsche Staatsbürger entführt worden sein. Mindestens eine Deutsche wurde getötet. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen die Terroristen der Hamas.

Louk hat eine deutsche Mutter und einen israelischen Vater. Sie lebt mit ihren Eltern in Israel. Ihre Tante und ihr Onkel in Deutschland haben gegenüber der „Tagesschau“ gesagt, dass sie nur sehr schlecht Kontakt zum Auswärtigen Amt bekommen hätten. Die Mutter Ricarda Louk sagte in einer Videobotschaft: „Wir verlangen von der deutschen Regierung, dass sie schnell handelt. Man sollte sich nicht über Zuständigkeitsfragen streiten. Man muss die Shani aus dem Gazastreifen herausholen.“

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema