Ernährung

Sieg gegen Behörden: Limonade muss jetzt keinen Zucker mehr enthalten

Eine fünf Jahre währende Posse ist vorbei: Lemonaid setzt sich gegen die Lebensmittelaufsicht durch und darf seine Produkte Limonade nennen, obwohl weniger Zucker drin ist.

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Die Limonaden von Lemonaid enthielten nicht genug Zucker, um nach den deutschen Regeln „Limonade“ zu heißen. 

Die Limonaden von Lemonaid enthielten nicht genug Zucker, um nach den deutschen Regeln „Limonade“ zu heißen. 

© Manfred Segerer/imago

Limonade muss keine Mindestmenge an Zucker oder Süßstoff mehr enthalten. Das berichtet der Stern und beruft sich auf die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK). Dieser Neuerung ging ein fünfeinhalb Jahre dauernder Streit zwischen dem Limonaden-Hersteller Lemonaid und den Regeln der deutschen Lebensmittelbezeichnung voraus. 

Der Konflikt begann mit einem Brief des Fachamts für Verbraucherschutz des Bezirks Hamburg-Mitte. Die Behörde beanstandete darin, dass die Lemonaid-Limonade nicht genug Zucker enthalte, um so zu heißen. Dafür brauche sie mindestens sieben Prozent Zucker, so wie einst von der DLMBK festgelegt. In der Kommission sitzen Verbraucherschützer, Wissenschaftler, Lebensmittelkontrolleure und Wirtschaftsvertreter. „Ich bin im Traum nicht darauf gekommen, dass es eine Mindestregelung für Zucker gibt“, sagte einer der beiden Gründer, Paul Bethke, dem Stern.

Ernährungsministerium führte Kampagnen gegen Zuckerkonsum

Lemonaid präsentiert sich als gesündere und fairere Limonade. Die Produkte enthalten weniger Zucker, keine Süßstoffe, Zutaten in Bioqualität und aus fairem Handel. Die Hersteller wollten ihre Limo weder umbenennen (bei Lemonaid befindet sich das Wort Limo quasi im Namen), noch auf den geringen Zuckergehalt hinweisen. Tausende Lemonaid-Flaschen hätten dann nämlich entsorgt werden müssen, weil die Beschriftung nicht auf die Etiketten, sondern direkt auf die Flasche gedruckt wird. 

Es folgten Beschwerden weiterer Ämter und Verhandlungen mit der DLMBK. Lemonaid trug seinen Fall bis zum Bundesernährungsministerium, damals unter Leitung von Julia Klöckner (CDU). Das Ministerium führte zu diesem Zeitpunkt schon länger Kampagnen gegen den hohen Zuckerkonsum der Deutschen. Ende des Jahres 2023 beschloss die DLMBK schließlich, die Mindestgrenze für Zucker aufzuheben. Und es dauerte bis Ende Mai 2024, bis die neue Regelung Gültigkeit erlangte. 

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