Sieg gegen Löwen verpasst

Füchse mit Remis in eigener Halle

Die Berliner Gastgeber bleiben Tabellen-Vierter und haderten mit dem Schiedsrichtern

Jakob Lobach
3 Min
Erfolgreicher Ballklauer: Hans Lindberg.

Erfolgreicher Ballklauer: Hans Lindberg.

© Sebastian Wells

Petar Nenadic war vor lauter Wut kaum aufzuhalten. Schreiend und wild gestikulierend rannte er nach dem Schlusspfiff der Partie auf die beiden Schiedsrichter zu. Während Torwart Silvio Heinevetter vergebens versuchte, seinen wildgewordenen Teamkollegen aufzuhalten, war auch Füchse-Trainer Velimir Petkovic außer sich und ließ seinen Unmut am Kampfgericht aus. Grund für die Aufregung war ein vermeintlicher, nicht gegebener Foulpfiff an Petar Nenadic dreißig Sekunden vor dem Ende der Partie Füchse Berlin gegen die Rhein-Neckar Löwen am Sonntagnachmittag. 30:30 stand es da, und weil Nenadic eben keinen Foulpfiff bekam, und auch den Gästen im letzten Angriff kein Treffer mehr gelang, war dies auch der Endstand.

Es war ein Spitzenspiel, das seinen Namen alle Ehre machte: Angeführt von Abwehrchef Jakov Gojun standen die Berliner in der Defensive sicher und erlaubten den Gästen kaum, zum Tor durchzukommen. Brachen sie doch durch, vernagelte ein überragender Silvio Heinevetter seinen Kasten förmlich. Den Füchsen gelang vor allem zu Beginn im Angriff fast alles. Allen voran Kent Robin Tönnesen sorgte mit drei Treffern in nicht mal zehn Minuten dafür, dass Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen beim Stand von 5:2 wild tobend eine Auszeit nahm. Zu helfen schien das zunächst nicht: Während die Füchse vor allem in der Defensive hellwach blieben, Hans Lindberg gar beim Anwurf seinem Gegenspieler den Ball klaute, waren bei den Gästen zunehmend ratlose Gesichter zu sehen, als sie sich beim Halbzeitstand von 16:12 auf dem Weg in die Kabine machten.

Zu Beginn von Halbzeit zwei gelang es den Gästen dann, die Partie ausgeglichener zu gestalten. Heinevetter bewies weiterhin seine Klasse, indem er eine hundertprozentige Löwen-Chance im Tempogegenstoß scheinbar mühelos mit dem Fuß parierte, im Angriff hatten die Berliner allerdings mit der jetzt aggressiveren Verteidigung der Löwen zu kämpfen. Verunsichern lies sich die Mannschaft von Trainer Petkovic allerdings nicht: Routiniert warteten sie im Angriff auf die Lücken in der Verteidigung und nutzten diese dann konsequent aus.

Intensive Schlussphase

Und auch in der Defensive stand man weiter so gut, dass die Gäste lange einen siebten Feldspieler auf die Platte schickten. Ein Umstand, den sich Gojun zunutze machte: Zwei Mal warf er den Ball aus der eigenen Hälfte ins leere Tor und ließ sich gebührend von den 9 000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle feiern. Wirklich absetzen konnten sich die Füchse allerdings nicht, so dass den Zuschauern eine intensive und spannende Schlussphase bevorstand.

Eine Schlussphase, die nach mehreren Siebenmetern für die Löwen, der Antwort von Hans Lindberg und einem Kempa-Treffer der Gäste zum 30:30-Ausgleich ihren Höhepunkt in dem nicht gegeben Foul fand. Und während Velimir Petkovic auf der Pressekonferenz mit Blick auf die zahlreichen strittigen Entscheidungen erklärte, dass die Löwen den Punkt geschenkt bekommen hätten, war völlig untergegangen, dass Heinevetter mit einer überragenden Parade Sekunden vor Schluss seiner Mannschaft zumindest einen Punkt gerettet hatte.

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