Ski-Freestyle

Kurioser Auftritt von Elizabeth Swaney in der Halfpipe

Sie machte keinen einzigen Fehler - und wurde trotzdem Letzte.

Jessica Heyer
3 Min
Fuhr ohne Tricks durch die Halfpipe: Elizabeth Swaney.

Fuhr ohne Tricks durch die Halfpipe: Elizabeth Swaney.

© AP

Dabei sein ist alles. Das dachte sich wohl auch Elizabeth Swaney, die für Ungarn bei den Olympischen Winterspielen im Ski-Freestyle antrat - und keinen einzigen Trick zeigte. Das ist eine Seltenheit, wirbeln die Sportler beim Ski-Freestyle normalerweise doch in allerlei waghalsigen Sprüngen durch die Luft.  Swaney dagegen kurvte nur ein bisschen durch die Halfpipe und wirkte dabei fast schon wie eine verirrte Ski-Touristin. Am Ende belegte sie mit 31,4 Punkten den 24.- und damit letzten Platz.

Swaney erlernte den Sport erst acht Jahre zuvor

Dennoch grenzte Swaneys Auftritt bei Olympia an eine kleine Sensation - die 33-Jährige hatte das Skifahren erst acht Jahre zuvor, mit 25 Jahren, überhaupt gelernt. "Ich wollte zeigen, dass es nie zu spät ist, diesen Sport zu betreiben, anderen bei ihren Träumen zu helfen.", sagte Swaney laut den "Salzburger Nachrichten" nach ihrem Auftritt. Ihren Traum von einer Olympia-Teilnahme hat sie sich mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne erfüllt.

Die Harvard-Absolventin hatte sich vorschriftsgemäß für eine Teilnahme an den Winterspielen qualifiziert. Sie wies bei Weltcupbewerben immer Platzierungen in den Top 30 auf. Genau wie bei den Olympischen Spielen verzichtete sie dabei auf besondere Tricks und lieferte stattdessen eine solide, wenn auch nicht spektakuläre Leistung ab. Oftmals starteten bei jenen Wettbewerben auch weniger als 30 Athletinnen - die Top 30 waren damit leicht zu erreichen.  

Eine Teilnahme im US-Olympiateam war stets ausgeschlossen, dafür war die heimische Konkurrenz zu hoch. Weil ihr Großvater jedoch aus Ungarn stammt, durfte Swaney für das Land antreten - und war damit die erste ungarische Ski-Halfpipe-Athletin bei den Olympischen Winterspielen. Den Quotenplatz gab es nur, da andere Nationen zu wenig Athletinnen hatten. "Vielleicht bin ich der Grund, dass andere mit dieser Sportart beginnen.", hofft Swaney. 

Ihre Konkurrentinnen verteidigen sie

In Ungarn hielt sich die Begeisterung für ihren Auftritt in Grenzen. Ein TV-Kommentator meinte: "Ist es wirklich notwendig, dass eine Sportlerin mit solchen Kenntnissen Ungarn bei den Olympischen Spielen vertritt?"

Die Olympia-Teilnahme war nicht die erste verrückte Aktion der Amerikanerin. Mit 19 Jahren bewarb sie sich als Gegenkandidatin von Arnold Schwarzenegger um den Gouverneurs-Posten in Kalifornien. Offensichtlich ist Swaney eine Frau, die nicht davor zurückschreckt sich ehrgeizige Ziele zu setzen und dafür zu kämpfen.

So sehen das ihre Konkurrentinnen auch. "Wenn man die Zeit und den Ehrgeiz hat, hier dabei zu sein, dann verdient man es.", sagte Freestyle-Siegerin Cassie Sharpe aus Kanada. Marie Martinod, Silbermedaillengewinnerin aus Frankreich, betonte: "Das ist es doch, was Olympia so speziell macht."

Auf Twitter gehen die Meinungen zu ihrer Darbietung auseinander:

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