Kriminalfall

Obdachlose in Soest monatelang gequält – vier Männer angeklagt

Unter den Angeklagten sind zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. Bekannt wurde der Fall, als ein Nachbar die gefesselte Frau auf einer Terrasse entdeckte.

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In dem Reihenhaus in Soest soll eine Frau über Monate hinweg gequält worden sein.

In dem Reihenhaus in Soest soll eine Frau über Monate hinweg gequält worden sein.

© Federico Gambarini/dpa

Wegen der mutmaßlich monatelangen Misshandlung und Vergewaltigung einer 33-jährigen Frau im nordrhein-westfälischen Soest hat die Staatsanwaltschaft Arnsberg Anklage gegen vier männliche Beschuldigte erhoben. Das bestätigte eine Sprecherin der Anklagebehörde der Deutschen Presse-Agentur. Zwei der Angeklagten sind nach Angaben des Landgerichts Arnsberg 16 und 17 Jahre alt, zwei weitere sitzen in Untersuchungshaft.

Der Prozess soll am 12. Oktober vor dem Landgericht Arnsberg beginnen. Angesetzt sind laut Gericht zwölf Verhandlungstage. Den vier Angeklagten wird mit unterschiedlichem Grad ihrer Beteiligung unter anderem gefährliche Körperverletzung, gemeinschaftliche Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen, wie es aus Justizkreisen hieß. Als Hauptverdächtiger gilt demnach ein 29-Jähriger, der polizeibekannt sein soll.

Nachbar alarmierte die Polizei

Bekannt wurde der Fall nach Recherchen des WDR und des Soester Anzeigers durch einen Nachbarn. Dieser habe am Abend des 3. November 2025 eine halbnackte, mit Handschellen gefesselte Frau auf der Terrasse eines Reihenhauses entdeckt und die Polizei gerufen.

Die Frau sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bei Bewusstsein gewesen und anschließend monatelang im Krankenhaus behandelt worden. Im Krankenhaus sei eine fast lebensbedrohliche Unterkühlung festgestellt worden, berichtete der WDR.

Nach Informationen des Senders war die obdachlose Frau bereits Ende Juli 2025 in die Hände der mutmaßlichen Täter geraten. Sie sei zeitweise im Keller des Hauses mit Handschellen an ein Heizungsrohr gefesselt gewesen. Nach WDR-Recherchen soll sie gezwungen worden sein, Kot zu essen, und mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt worden sein.

Tatort in Reihenhaussiedlung

Das Haus liegt nach Angaben eines dpa-Reporters in einer ruhigen Reihenhaussiedlung und steht inzwischen leer. Ein Polizeisiegel an einem Fenster verweist auf den mutmaßlichen Tatort.

In dem Haus lebte laut WDR auch die damalige Lebensgefährtin des Hauptverdächtigen mit drei Kindern. Nach Informationen aus Justizkreisen soll das spätere Opfer die Lebensgefährtin gekannt haben, bevor es zu den mutmaßlichen Taten kam.

Zu Einzelheiten der Vorwürfe und den Angeklagten äußerte sich die Staatsanwaltschaft laut dpa nicht und verwies auf das Landgericht.

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