Sommerspiele

Falls München floppt

Sollte München den Bürgerentscheid passieren, müsste die Stadt die Kandidatur bis zum 14. November offiziell einreichen. 2015 entscheidet dann die IOC-Vollversammlung über die Vergabe. Doch dort droht es an einflussreichen Lobbyisten zu mangeln.

Jörg Winterfeldt
3 Min
Dieser Ballon ist geplatzt, aber München will sich jetzt um die Ausrichtung der Winterolympiade 2022 bewerben.

Dieser Ballon ist geplatzt, aber München will sich jetzt um die Ausrichtung der Winterolympiade 2022 bewerben.

© imago Sportfotodienst Lizenz

Während es 40 Jahre lang nicht so leicht fiel, den Zuschlag für Olympische Sommerspiele zu bekommen wie zuletzt Tokio für 2020, gestaltet sich der Wettbewerb für 2022 hart: Neben Peking, Krakau, Almaty in Kasachstan und Lemberg, Ukraine könnte Stockholm als Bewerber hinzukommen. Größter Konkurrent ist Norwegens Hauptstadt Oslo. Der Bürgerentscheid dort fiel bereits pro Bewerbung aus.

Bei positivem Quorum müsste München seine Kandidatur bis zum 14. November offiziell einreichen. Am 31. Juli 2015 entscheidet die IOC-Vollversammlung in Kuala Lumpur/Malaysia über die Vergabe. Dort droht es an einflussreichen Lobbyisten zu mangeln: Dass Thomas Bach, der frühere Anführer des Deutschen Olympischen Sportbundes, sich in der ersten Olympiaortswahl unter seiner Herrschaft als Boss des Internationalen Olympischen Komitees für den Kandidaten aus seiner Heimat einsetzt, ist eher nicht zu erwarten.

Sonst sitzt nur noch die frühere Fechterin Claudia Bokel ohne großen Einfluss oder ein Netzwerk als Athletenvertreterin im Komitee, während Oslo den Organisator der Winterspiele in Lillehammer 1994, Gerhard Heiberg, als außerordentlich respektierten wie zuverlässigen Vertreter zum Lobbyieren im IOC weiß.

Sollte München den Bürgerentscheid passieren, würde sich zudem wenig glücklich für die Bewerbung fügen, dass der neue Chef des deutschen Sports, der im Dezember vom Deutschen Skiverband an die Spitze des DOSB rückende Alfons Hörmann, international bisher allenfalls ein wenig in Ski und Biathlon vernetzt ist, auf der olympischen Funktionärsbühne aber nicht. Eine Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee „ist nicht das, was ich auf der Agenda habe“, sagt Hörmann, „ich konzentriere mich auf Bayern bis Hamburg und Saarland bis Sachsen“.

Aber er sagt auch: „Wenn Olympia im Winter nicht klappt − ob jetzt am 10. oder beim berühmten IOC-Kongress zwei Jahre später − muss im DOSB neu diskutiert werden. Ich hänge insofern nicht fest an einer Winterbewerbung, als dass ich sagen würde: Weil ich aus dem Wintersport komme, ist Sommer kein Thema. Beim Treffen der Landessportbünde in Hamburg ist bis hin zur Ansprache des Senators dokumentiert worden, dass es nach wie vor Interessenten für Sommerspiele gibt, wenn das hier nicht klappt. Ob und wann dafür dann die Zeit wäre, das lasse ich auf uns zukommen.“ (mit ros.)

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