Erst mal eine Tour in den Spreewald statt schweißtreibenden Trainings: Der 1. FC Union Berlin setzt gleich auf eine teambildende Maßnahme. „Ein Betriebsausflug“, kündigte Trainer Norbert Düwel die Bootstour zum Wochenbeginn an. Ab Dienstag soll dann täglich in zwei Einheiten trainiert werden, am Abend (18.00 Uhr) steht bereits der erste Test beim SV Falkensee-Finkenkrug an.
Für das angekündigte Unternehmen Aufstiegskampf ist der Kader mit dem am Sonntag vor reichlich 4000 Fans präsentierte Team noch nicht komplett. „Wir müssen weiter arbeiten. Es wäre wünschenswert, dass wir zu Beginn unseres Trainingslagers die Mannschaft zusammen haben“, hofft Düwel. „Aber das ist kein Wunschkonzert.“ Abreise ins österreichische Bad Kleinkirchheim ist bereits am 3. Juli.
Polter soll fest verpflichtet werden
Unbestritten Vorrang hat nach wie vor die Personalie Sebastian Polter. Der in der Vorsaison von Mainz 05 ausgeliehene Stürmer, der mit 14 Treffern das Union-Rekordergebnis von Sreto Ristic aus der Saison 2001/02 egalisierte hatte, soll fest verpflichtet werden. Doch die Mainzer, bei denen Polter einen Vertrag bis 2017 besitzt, ließen die 1,5 Millionen-Euro-Offerte der Köpenicker bisher abprallen und sollen 2,5 Millionen Ablöse gefordert haben.
„Es gibt keinen neuen Stand, aber ich bin nach wie vor zuversichtlich“, verlautbarte Düwel. Aber auch ein Scheitern der „eisernen“ Pläne würde keine Hektik auslösen: „Wir wären nicht vor den Kopf gestoßen und würden dann panisch einen Stürmer suchen.“
Im Gegenteil: Sogar die Verpflichtung von zwei weiteren Angreifern will der Coach nicht ausschließen. Denkbar sei es auch noch, dass nach den sechs bereits verabschiedeten ein weiterer Spieler den Verein vor dem Saisonstart verlässt. Der im Vorjahr aus Augsburg nach Berlin gekommene Bajram Nebihi konnte sich bisher in der Angriffsformation nicht durchsetzen und dürfte ein Kandidat sein.
Bisher sechs Neuzugänge
Nachdem auch Nico Schäfer, der kaufmännisch-organisatorische Leiter, ankündigte, noch auf „zwei, drei Positionen“ etwas tun, ließ Düwel offen, ob eher an gestandene Zweitliga-Profis oder Talente aus unteren Ligen gedacht wird. „Es ist viel möglich. Auf jeden Fall versuchen wir, das bald über die Bühne zu bringen.“ Die bisherigen sechs Neuzugänge und die feste Verpflichtung des bislang vom 1. FC Köln ausgeliehenen Maximilian Thiel hatten die Berliner in Rekordzeit unter Dach und Fach gebracht und davon profitiert, dass der Klassenerhalt schon lange vor Saisonende gesichert war.
Die fünf gestandenen Zweitliga-Profis Dennis Daube, Stephan Fürstner, Benjamin Kessel, Raffael Korte und Collin Quaner versprechen bereits ebenso neue Qualität im Union-Kader wie der 20 Jahre alte Kenny Prince Redondo, der aus Unterhaching in die Hauptstadt wechselt. (dpa)
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