Himmelsschauspiel

Sonnenfinsternis in Berlin: Polizei sperrt S-Bahnhof am Planetarium in Prenzlauer Berg

Am Berliner Planetarium haben sich mehr als 3000 Menschen zur Sonnenfinsternis versammelt. Die Polizei sperrte einen S-Bahnhof und bat, nicht mehr anzureisen.

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Interessierte beobachten die Sonnenfinsternis am Planetarium Prenzlauer Allee.

Interessierte beobachten die Sonnenfinsternis am Planetarium Prenzlauer Allee.

© imago stock&people

Die partielle Sonnenfinsternis hat in Deutschland begonnen. Astronomischen Berechnungen zufolge startete das Himmelsschauspiel im äußersten Norden um 19.11 Uhr, in München gegen 19.23 Uhr. Der zumeist klare Himmel bietet nach Angaben der Vereinigung der Sternenfreunde ideale Voraussetzungen, um zu verfolgen, wie sich der Mond allmählich vor die Sonne schiebt.

Mehr als 3000 Menschen am Berliner Planetarium

Vor dem Zeiss-Großplanetarium im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg haben sich besonders viele Menschen versammelt. Der Bereich sei „stark ausgelastet“, schrieb die Polizei auf der Plattform X. Mehr als 3000 Menschen befänden sich bereits dort. Es komme zu Verkehrsbehinderungen, der S-Bahnhof Prenzlauer Allee sei gesperrt. „Aufgrund der Überfüllung bitten wir Sie dringend, nicht mehr zum Zeiss-Großplanetarium zu kommen. Zudem sind keine Sonnenfinsternis-Brillen mehr verfügbar.“

Es seien „wahnsinnig viele Menschen zu dem Planetarium gekommen“, sagte zuvor ein Sprecher der Polizei. Die Einsatzkräfte versuchten, die Menge „in geordnete Strukturen zu bekommen“. Es gehe um die „reine Gefahrenabwehr“. Das Planetarium hatte im Vorfeld mit kostenfreien Sonnenfinsternisbrillen geworben – allerdings nur „solange der Vorrat reicht“, wie die Pressesprecherin der Stiftung Planetarium Berlin mitteilte.

Maximale Bedeckung kurz nach 20 Uhr

Im Maximum wird die Sonne von Deutschland aus zu rund 85 bis 90 Prozent durch den Mond verdeckt. Der Höhepunkt lag zwischen etwa 20.05 Uhr und 20.15 Uhr. „Das Anknabbern der Sonne beginnt am Rand rechts unten“, sagte Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternenfreunde. Dann bilde sich eine Sichel, die sich langsam drehe. „Wie genau das aussieht, ist aber von Standort zu Standort verschieden, sogar innerhalb Deutschlands.“

Das Spektakel endet in ganz Deutschland mit dem Sonnenuntergang zwischen 20.30 Uhr und kurz nach 21 Uhr. „Wir sehen durchgehend nicht das Ende der Finsternis, sondern eine Sichel untergehen“, sagte Liefke. Deshalb wirke es in Deutschland nicht so, als werde es dunkel und wieder hell.

Totale Finsternis nur in Teilen Europas sichtbar

Die partielle Sonnenfinsternis ist im Großteil Europas sowie in Nordamerika und Westafrika zu sehen. Die totale Sonnenfinsternis lässt sich unter anderem in einem Streifen von Island, Grönland, der Iberischen Halbinsel und den Balearen beobachten. Zahlreiche Hobby-Astronomen aus Deutschland sind laut Liefke nach Spanien gereist.

Daniela Weiskopf vom Bundesamt für Strahlenschutz warnte davor, ohne spezielle Schutzbrille in die Sonne zu blicken. Auch die hohe Abdeckung durch den Mond oder die einsetzende Dämmerung seien kein Grund, die Augen weniger gut zu schützen. (mit dpa)

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